Seit 1. November helfen Ehrenamtliche des BRK in Altenstadt, Schwabbruck, Schwabsoien und Ingenried bei medizinischen Notfällen.
Landkreis - Bei einem medizinischen Notfall zählt jede Minute. Doch gerade auf dem Land ist das eine Herausforderung für den Rettungsdienst. Unterstützung bieten „Helfer vor Ort“ (HvO). Sie werden nach Eingang des Notrufs (112) von der Integrierten Leitstelle (ILS) alarmiert, kommen vor Ort und leisten Erste Hilfe, bis das Team vom Rettungsdienst da ist. Im Landkreis gibt es diese Unterstützung bereits in Seeshaupt, Peiting, Peißenberg, Wessobrunn, Penzberg, Birkland und Huglfing. Mit dem Bereich „Schongau West“ gehören nun auch Ingenried, Schwabsoien, Schwabbruck und Altenstadt dazu. Am Hauptsitz der Verwaltungsgemeinschaft wurde das Projekt, das seit 1. November läuft, nun vorgestellt.
Die Vorbereitungen begannen 2023. Angestoßen wurden sie von Florian Stengele, Mitglied der Feuerwehr Schwabbruck. Als diese zu einer Reanimation gerufen wurde, „war das für mich ein Schlüsselerlebnis“, erzählt er.
Neue Interessierte sind willkommen
Michael Limbrunner, Leiter des Rettungsdienstes im BRK-Kreisverband, stellte die Idee in den vergangenen Monaten in den Gemeinderäten vor (wir berichteten). Mittlerweile gibt es 20 Ehrenamtliche aus den vier Kommunen, die sich zur Verfügung stellen, fünf davon sind Frauen. „Viele der Engagierten sind unter 40 Jahre alt, das ist sehr schön“, freut sich Hermann Wertheimer, Leiter der Arbeitsgruppe „HvO Schongau-West“. Der Jüngste sei 18 Jahre alt. Derzeit sind die meisten aus Altenstadt.
Weitere Infos
Wer mitmachen möchte, kann sich bei dem Leiter Hermann Wertheimer per Mail informieren: hvo-west.wm-sog@brk.de
Neue Interessierte seien jederzeit willkommen, sagt Wertheimer. „Wir freuen uns über jeden, der mitmacht.“ Wer sich engagieren möchte, muss einen 64-stündigen Fachlehrgang beim BRK absolvieren. Im jetzigen Team sind auch noch ausgebildete Rettungssanitäter dabei, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Alle Helfer treffen sich regelmäßig zu Übungsabenden. „Bisher wurden zirka 120 Ausbildungsstunden pro Person noch zusätzlich zur normalen Ausbildung absolviert“, berichtet Limbrunner.
Spenden und BRK-Mitgliedschaft finanziert Projekt
Getragen wird das Projekt vom BRK-Kreisverband. Rund 40- bis 50 000 Euro müsse man zur Aufrechterhaltung investieren, sagt Kreisgeschäftsführerin Anke Ringel. „Toll, dass innerhalb von kurzer Zeit so ein großes Team entstanden ist“, lobt sie. Den Helfern steht ein gebrauchter Ford Fiesta zur Verfügung, der über eine entsprechende medizinische Ausrüstung verfügt sowie auch einen Feuerlöscher und Helme an Bord hat. Gefahren wird mit Blaulicht. Das Fahrzeug steht bei dem, der gerade für den Dienst eingeteilt ist. Ohne Spenden und Mitgliedsbeiträge beim BRK, sagt Ringel, würde das Projekt nicht funktionieren können. Das nächste Ziel ist ein größeres Auto.
Im Namen der vier beteiligten Bürgermeister dankte der Altenstadter Andreas Kögl allen Engagierten und wünschte, „dass ihr immer rechtzeitig und gut helfen könnt. Die Helfer vor Ort sind eine wichtige Sache“.
Als das Projektkürzlich vorgestellt wurde, war es noch zu keinem Einsatz gekommen. Die allgemeinen Zahlen zeigen aber, wie wichtig die „Helfer vor Ort“ sind: Limbrunner zufolge wurde an den anderen sieben Standorten 2024 über 970 Mal ausgerückt.