Boris Palmer fährt Markus Lanz in die Parade und prophezeit düsteres Szenario
Boris Palmer hat sich von Markus Lanz nicht unterbrechen lassen und malt ein düsteres Zukunftsszenario an die Wand. Die AfD spielt eine Rolle.
Tübingen – Auf den Mund gefallen ist Boris Palmer sicherlich nicht. Dementsprechend wartet der Oberbürgermeister Tübingens erst gar nicht darauf, bis ihm Hilfe angeboten wird. „Herr Palmer, wer hat Sie angerufen?“, fragte Markus Lanz in seiner traditionellen ZDF-Talkrunde. Wie aus der Pistole geschossen entgegnete der Lokalpolitiker: „Ich rufe die an.“ Damit meinte er verantwortliche Bundespolitiker. So könne man es auch machen, um den Leuten „auf den Keks zu gehen“, blieb dem TV-Moderator nur noch zu sagen.
Ein unterhaltsames Geplänkel, das allerdings einen ernsten Hintergrund hat. Denn den Kommunen, wie der schwäbischen Studentenstadt Tübingen, geht das Geld aus. Sie müssen einen immer strafferen Sparplan fahren und somit die Bevölkerung belasten.
Boris Palmer ärgert sich über Bundespolitiker: „Keiner hatte auf dem Schirm, was passiert“
Gerade wegen Letzterem sorgt sich der parteilose Palmer, der sich schon länger darum bemüht, von der Bundespolitik gehört zu werden: „Vor einem Jahr, als ich gemerkt habe, es geht so steil runter wie noch nie und wir fahren mit den Städten wirklich an die Wand, habe ich versucht, Spitzenpolitiker aller Parteien anzurufen, um zu sagen: Das kommt auf uns zu. Was mich damals verblüfft hat, war, dass alle gefragt haben: warum? Keiner von denen, die die Verantwortung für das Land tragen, hatte überhaupt auf dem Schirm, was passiert.“
An dieser Stelle der Ausführung wollte Lanz den Politiker zum ersten Mal unterbrechen und womöglich die nächste Frage stellen. Doch Palmer zeigte sich beunruhigt und wolle zuvor noch etwas „dagegen tun, dass sofort alle abschalten, weil ich befürchte, wenn es um Gemeindefinanzen geht, dass das ein absoluter Quotenkiller ist.“
„Die wählen AfD in Mengen, die wir uns heute noch nicht vorstellen können“
„Ne, ne, ne..“, wendete Lanz zwar erneut ein, doch Palmer ließ sich nicht davon abbringen, seinen Gedanken auszuführen und fährt Lanz in die Parade. Für ihn ist nämlich eindeutig, was passiere, wenn die Städte keine Schwimmbäder, Spielplätze, Sportanlagen oder Straßen mehr finanzieren können. Die Menschen würden sagen, so Palmer, der Staat habe versagt. „Wissen Sie, was die machen?“, fragte der OB letztlich in die Talkrunde, bevor er selbst die Antwort gab und ein Untergangsszenario an die Wand malt: „Die wählen AfD in Mengen, die wir uns heute noch nicht vorstellen können.“
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Schon in der Vergangenheit mahnte der Tübinger Politiker vor den Folgen, wenn den Städten das Geld fehlt. Anfang des Jahres sagte Palmer bereits, Deutschland stehe mit dem Rücken zur Wand und zog anschließend einen extremen historischen Vergleich.