Bis zu 1500 Euro sparen: Viele Krankenkassen erhöhen 2026 den Beitrag – doch längst nicht alle

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2026 erhöhen viele Krankenkassen ihre Beiträge. Doch nicht bei allen wird es teurer. Ein Wechsel kann sich für Versicherte finanziell lohnen.

München – Die Regierung von Kanzler Friedrich Merz hatte angekündigt, die Beiträge für die Krankenkassen stabil halten zu wollen. Der Chef der größten deutschen Krankenkasse Techniker, Jens Baas, warnte dagegen vor einem „Beitrags-Tsunami“. Eine neue Auswertung zeigt jetzt, dass weniger als die Hälfte der Kassen wirklich ihren Beitrag erhöhen. Versicherte können in diesem Fall teils viel Geld sparen.

Ein Stethoskop liegt über vielen Euro Banknoten als Symbolbild für notwendige Reformen im Gesundheitssystem und den Krankenkassen
Ein Stethoskop liegt über vielen Euro Banknoten als Symbolbild für notwendige Reformen im Gesundheitssystem und den Krankenkassen © IMAGO/Wolfilser

Von 72 Krankenkassen in Deutschland erhöhen nach einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox 31 zum neuen Jahr ihren Zusatzbeitrag. Etwas mehr – nämlich 36 Krankenkassen – halten den Zusatzbeitrag aber stabil. Das ergab die am Dienstag von Verivox veröffentlichte Auswertung. Eine Krankenkasse senkt demnach ihren Zusatzbeitrag, bei vier weiteren sei der Beitrag noch nicht bekannt-

Krankenkassen erhöhen 2026 Beiträge – doch es gibt große Unterschiede

Im Durchschnitt beträgt die Erhöhung der Auswertung zufolge 0,5 Prozentpunkte. Die höchste Anpassung liege bei 1,1 Prozentpunkten. Bei den bundesweit für Versicherte geöffneten Krankenkassen liegt die Spanne der auf die regulären Krankenkassenbeiträge von 14,6 Prozent hinzukommenden Zusatzbeiträge demnach zwischen 2,18 Prozent und 4,39 Prozent. Einen Vergleich zwischen den einzelnen Krankenkassen haben wir hier für Sie erstellt.

Wie setzt sich der Kassenbeitrag zusammen?

Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent wird von der Politik festgelegt. Darüber hinaus legen die Krankenkassen selbst einen Zusatzbeitrag fest. Das soll auch zu Wettbewerb zwischen den Versicherern führen. Arbeitnehmer teilen sich die Kosten mit den Arbeitgebern, Rentner meist mit der gesetzlichen Rentenversicherung. Freiwillig versicherte Selbstständige tragen die Beiträge alleine.

Doch was bedeutet nun eine etwaige Erhöhung in Euro? Steigt der Zusatzbeitrag um einen Prozentpunkt, also etwa von 2,5 Prozent auf 3,5 Prozent, müsste ein Angestellter mit 4000 Euro Brutto-Einkommen knapp 20 Euro mehr im Monat abführen. Aufs Jahr gerechnet wären das Mehrkosten von 240 Euro. Allerdings hängt dies auch von der Steuerklasse und der Anzahl der Kinder ab. Schließlich sinkt das zu versteuernde Einkommen, wenn die Kassenbeiträge steigen.

Krnakenkassen-Beiträge steigen 2026: Bis zu 1500 Euro sparen

Sparen kann man aber in jedem Fall, denn: Erhöht eine Krankenkasse den Beitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht und können in eine günstigere Kasse wechseln. Laut Stiftung Warentest geht das bis zum Ende des Monats, in dem die alte Versicherung zum ersten Mal den teureren Tarif verlangt. Es reicht ein Antrag bei der neuen Kasse. Eine Kündigung beim alten Versicherer ist demnach nicht notwendig. Das klären die Kassen unter sich.

Laut Verivox können Angestellte mit einem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze und deren Arbeitgeber durch einen Wechsel von der teuersten in die günstigste Kasse pro Jahr jeweils 770,74 Euro sparen, Selbständige 1541,48 Euro. Angestellte mit einem Durchschnittseinkommen sparen demnach ebenso wie deren Arbeitgeber 614,47 Euro im Jahr.

Auch das Ratgeberportal Finanztip hat bei den gesetzlichen Krankenkassen nachgefragt. Besonders hoch sind im Jahr 2026 die Zusatzbeiträge demnach bei BKK24 (4,39 Prozent), BKK Herkules (4,38 Prozent) und IKK Brandenburg und Berlin (4,35 Prozent). Die günstigsten Anbieter sind mit 2,18 Prozent (BKK Firmus), 2,47 Prozent (AOK Rheinland-Pfalz/Saarland) und 2,6 Prozent (Audi BKK). (Verwendete Quellen: afp, dpa, verivox.de, finanztip.de)