Das anhaltende Unwetter hält Italien in Atem. In sechs Regionen gelten erneut teils schwere Warnungen. Welche Gebiete betroffen sind.
Mailand – Die norditalienische Region Lombardei und weitere Regionen des Landes kämpfen weiterhin mit den Folgen anhaltender Unwetter, die seit Mitte September für massive Schäden und Beeinträchtigungen sorgen. Besonders betroffen ist die Provinz Como, wo sich in den vergangenen Tagen mehrere gefährliche Erdrutsche und Straßeneinbrüche ereignet haben, wie die italienische La Repubblica berichtet.
Die Verbindungsstraße nach Brunate, einer kleinen Gemeinde in den Bergen oberhalb von Como, musste vorübergehend gesperrt werden, nachdem sich ein großer Erdrutsch gebildet hatte. Auch in Cantù entstanden erhebliche Infrastrukturschäden: Nach einem bereits über fünf Meter tiefen Krater auf der Provinzstraße zwischen der Stadt und Alzate Brianza ereignete sich ein weiterer Erdrutsch auf der Verbindungsstraße nach Como. Ein Straßenabschnitt brach über einem darunter verlaufenden Wasserlauf zusammen, weshalb die Strecke aus Sicherheitsgründen auf eine Fahrspur reduziert werden musste. Aufnahmen zeigen auch, wie eine historische Villa am Comer See von den Flutmassen gespült wurde.
Anhaltende schwere Unwetter: Region in Italien hat nationalen Notstand beantragt
Angesichts des Ausmaßes der Schäden hat Regionspräsident Attilio Fontana am Freitag (26. September) offiziell bei Ministerpräsidentin Giorgia Meloni die Ausrufung des nationalen Notstands beantragt. In dem Schreiben bezieht sich Fontana auf die „intensiven Wetterphänomene“, die seit dem 10. September auftreten und besonders die Provinzen Como, Monza und Brianza, Varese sowie die Metropolitanstadt Mailand treffen. Auch die Provinzen Sondrio, Bergamo, Brescia, Lecco und Pavia sind betroffen. Allein am 22. September führte die Feuerwehr fast 400 Einsätze in den betroffenen Gebieten durch.
Die Unwetter haben bereits mehr als 70 Menschen in der Provinz Como zur Evakuierung gezwungen, weitere 40 Personen mussten in anderen Gebieten ihre Häuser verlassen. Viele der Betroffenen können voraussichtlich nicht kurzfristig in ihre Wohnungen zurückkehren. In Spigno Monferrato ist eine deutsche Urlauberin in den Flutmassen sogar tödlich verunglückt.
Erneut orange Wetterwarnung in der Lombardei – Warnstufe gelb in fünf weiteren Regionen
Mehrere Gemeinden wie Cesano, Meda, Seveso, Lentate, Cabiate und Carimate haben bereits den Katastrophenzustand beantragt. Die Regionalregierung schätzt die Gesamtschäden auf „mehrere Dutzend Millionen Euro“. Für Samstag (27. September) wurde erneut eine orange Wetterwarnung für Teile der Lombardei ausgegeben, während für den Rest der Region sowie für die Emilia-Romagna, Sizilien, die Abruzzen, die Marken und Kalabrien Warnstufe gelb gilt.
Wie rainews.it berichtet, soll der Regen am Samstag und Sonntag dieses Mal auch den Süden des Landes betreffen. Nach Angaben des Zivilschutzes wird ein Tiefdruckgebiet die südlichsten Regionen Italiens erfassen und dort Gewitter und lokal intensive Regenfälle verursachen. Quellen: La Repubblica, rainews.it, Zivilschutz (bk)