Forscher befürchten Drama um Antarktis-Eisberg: „Wie eine Lawine aus Eis“

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NASA-Satelliten dokumentieren den weiteren Kollaps des einstigen Eisberg-Giganten A23a – das Ausmaß ist immens.

München – Satellitenbilder der NASA vom 14. September 2025 zeigen neue Bewegungen von Eisberg-Gigant A23a. Der legendäre A23a – einst der größte Eisberg unseres Planeten – steht kurz davor, komplett zu zerbrechen.

Antarktis-Eisberg A23a zerbricht nach 40 Jahren. Satellitenbilder der NASA vom 14. September 2025 zeigen neue Bewegungen. © Richard Sidey/dpa

Das Ende kommt rasch. Andrew Meijers vom British Antarctic Survey warnte bereits Anfang September: „Es ist zu erwarten, dass es in den kommenden Wochen so weitergeht, und der Eisberg in ein paar Wochen nicht mehr wirklich zu erkennen ist.“ Der Ozeanograf äußert sich erstaunt über A23as bemerkenswerte Beständigkeit. Dennoch erweist sich das erwärmte Wasser des Südatlantiks als zu mächtig: „Das Wasser ist viel zu warm, als dass er sich halten könnte. Er schmilzt ständig.“ Die wenigsten Eisberge würden solche Distanzen erreichen, sagt der Experte. „Dieser hier ist wirklich gewaltig, deshalb hielt er länger durch und gelangte weiter als andere.“

Neue NASA-Aufnahmen zeigen Eistrümmer, die dem Antarktis-Eisberg folgen

Die NASA-Aufnahmen dokumentierten am 14. September 2025 zahlreiche Eistrümmer, die dem zerfallenden Riesen folgen. Fast vier Dekaden nach seinem Abbruch vom antarktischen Filchner-Ronne-Schelfeis hat A23a seine Vormachtstellung eingebüßt und rangiert nunmehr als zweitgrößter Eisberg. „Die extensive Aufspaltung hatte die Größe von A23a so stark reduziert“, bestätigen die NASA-Forscher. Im März lief A23a vor der abgelegenen Insel Südgeorgien auf Grund. Ende Mai löste sich der Eisberg jedoch erneut und driftete weiter. Den Spitzenplatz eroberte D15a, der 2016 in antarktischen Gewässern abbrach und seither weitgehend bewegungslos blieb.

Das US National Ice Center (USNIC) – zuständig für Benennung und Verfolgung großer Eisberge – verfolgte A23As Zerfall minutiös. Den Auftakt bildete am 1. Januar 2025 die Abspaltung des ersten Fragments A23B. Sukzessive entstanden A23C sowie bis zum 15. Juli die Bruchstücke A23D und A23E. Der August brachte drei weitere Verluste – A23F, A23G und A23H. Bis zum 11. September lösten sich schließlich A23I und A23J vom Ursprungsblock, wie es in der NASA-Mitteilung heißt.

Forscher befürchten Drama um Antarktis-Eisberg – „Wie eine Lawine aus Eis“

Ted Scambos, Glaziologe an der Universität Colorado, befürchtet: „Der schwindende Mega-Eisberg, bekannt als A23A, wird vermutlich nicht bis Ende November bestehen und könnte einen abrupten und dramatischen Kollaps erleiden, wie eine Lawine aus Eis auf dem Meer.“

Mit seinem Schicksal ist A23a nicht alleine, denn das Kalben von Eisbergen ist ein natürlicher Prozess. Einige Eisberge legen dadurch sogar spektakuläre Funde offen. Doch Wissenschaftler warnen, dass sich die Rate, mit der Eisberge aus der Antarktis verloren gehen, wahrscheinlich durch den Klimawandel erhöht hat und die zunehmende Eisschmelze gravierende Auswirkungen auf den mächtigsten Meeresstrom der Welt haben könnte. (mke)

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