Windpark Haimhausen: Startschuss für Bau von drei Windkraftanlagen

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Spatenstich für die Haimhauser Windräder: Bernhard Bichler, Christian Flory, Andreas Blosche, Stefan Löwl, Josef Heigl junior, Peter Felbermeier, Bernhard Seidenath, Vitus Hinterseher, Thomas Schmid und Roderich Zauscher (von links). © Bauer

200 Bürger beteiligen sich finanziell am Windkraftprojekt, das bis Herbst 2026 im Haimhausener Wald entstehen soll.

Haimhausen – Nicht jeder der prominenten Gäste bei dem Spatenstich für drei Windräder, die im nördlichen Gemeindegebiet von Haimhausen entstehen werden, war so wirklich glücklich. Der offizielle Start des Bauprojektes erfolgte in einer der großen Waldschneisen, die bereits bestehen. Sowohl der Haimhauser Bürgermeister Peter Felbermeier als auch die Beteiligten der Projektgruppe Windkraft Haimhausen hätten sich gewünscht, dass man die Anlagen auf freiem Feld errichten darf. Dann wäre der Bau einfacher gewesen und man hätte Baumfällungen vermeiden können.

Vitus Hinterseher, der in der Nachbargemeinde Fahrenzhausen im Landkreis Freising wohnende Sprecher der Projektgruppe, zeigte den Waldbesitzern, Vertretern der Kreditgeber und lokalen Politikern aber auf, dass die Natur mittel- bis langfristig gewinnen werde. 4,5 Hektar Wald seien für den Bau entfernt worden, wobei drei Hektar wieder aufgeforstet würden. Was den restlichen Bereich angehe, gebe es einen Ausgleich nahe Kollbach.

Für die Investitionssumme von 37,5 Millionen Euro entstehen drei Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils 7,2 Megawatt. Hinterseher erklärte, dass sich das Kommunalunternehmen der Gemeinde Haimhausen „mit einem nennenswerten Betrag“ beteiligt. Bei der Finanzierung machten 200 Bürger aus der Region mit und zahlten insgesamt mehr als 3 Millionen Euro.

Den Löwenanteil der Investition tragen die Sparkassen Dachau und Fürth. Der aus Franken stammende Bernd Wust, in der Projektgruppe für den juristischen Teil zuständig, sagte lächelnd, dass „wir fränkischen Windkraftmut mitbringen“. Die wirtschaftlichen Chancen des Projektes stünden gut, auch wenn wegen fehlender Leitungskapazitäten nur drei der genehmigten vier Windräder aufgestellt werden können.

Gemeinde hofft auf Gewerbesteuereinnahmen

Haimhausens Bürgermeister Peter Felbermeier zeigte sich stolz. Seine Gemeinde sei einst mit dem Bau der ersten Freiflächen-Photovoltaikanlage im Landkreis Vorreiter gewesen. Nun kämen drei Windräder hinzu. Seine Botschaft an die Bürger lautete allerdings, „dass wir die unsichtbare Energiewende nicht bekommen werden“. Akustisch werde die Anlagen nur wahrnehmen, wer im Wald spazieren gehe. Positiv bewertete Felbermeier auch, dass die Gewerbesteuer für den Betrieb der Anlagen in der Gemeinde bleiben und so auch den Bürgern vor Ort zu Gute kämen.

In seinem Grußwort ging Landrat Stefan Löwl auf eine Klage eines Anwohners gegen die Errichtung der Windräder ein und erklärte, „dass ich immer ruhig geschlafen habe“. Wie berichtet, wies das Verwaltungsgericht München das Begehr ab. 48 Fachstellen waren laut Löwl bei der Prüfung des Antrags beteiligt und hätten gute Arbeit geleistet. Der Landrat erklärte, dass derzeit acht Windräder im Landkreis eine Genehmigung hätten und in den nächsten zwei bis drei Jahren die Zahl der genehmigten Windräder auf 30 bis 32 ansteigen könnte. Damit sei man in der Region ein Vorreiter.

Im März und April werden die Fundamente gesetzt. Im Sommer die Türme. Im Herbst 2026 soll die Inbetriebnahme der drei Anlagen erfolgen. Landrat Stefan Löwl kündigte an, während der Errichtung als Schaulustiger vor Ort sein zu wollen, „denn das ist schon imposant, so etwas zu sehen“.