Es ging hoch her bei der zweiten Bürgerinformationsveranstaltung, bei der die Gemeinde Hebertshausen das künftige Baugebiet „Am Hofanger“ vorstellte. Die einen Bürger würden am liebsten gleich morgen bauen. Andere kritisieren in schwerer Sorge eine überdimensionierte Bebauung.
Hebertshausen – 2019 wurde die Planung des zentral gelegenen Wohngebietes gestartet – und seither ist Einiges passiert. Mittlerweile ist der Paragraf 13b Baugesetzbuch zum vereinfachten Bauen weggefallen. Deshalb muss die Kommune mit dem Aufstellen des Bebauungsplans auch den Flächennutzungsplan ändern. In der zweiten Bürgerinfo präsentierten die Fachplaner um Andreas Berchtold vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum die erfolgten Änderungen. So darf mit zwei Geschossen plus Dach bei maximal 10,30 Metern Firsthöhe gebaut werden, und die Zahl der Mehrfamilienhäuser wurde von drei auf zwei reduziert.
Schnell entwickelte sich eine sehr emotionale Diskussion, wobei die, die sich meldeten, unterschiedliche Interessen verfolgen. Einige Gäste hätten am liebsten direkt über potenzielle Parzellen nachgedacht.
Bürgermeister Richard Reischl verteidigte die Planung mit Reihenhäusern mit 150 bis 200 Quadratmetern Größe: „Das sind Flächen, die sich Einheimische noch leisten können. Hier wohnen auch ein Friseur und ein Polizist. Wir schauen nicht nur auf die Geldigen.“
Die Planer und Bürgermeister Reischl an der Spitze kündigten auch einige Neuheiten an. So soll es zentral eine Quartiersgarage geben, sodass die Bürger auch kleine Gärten um das Haus herum nutzen können. „Hier beginnt auch das erste Wärmenetz der Gemeinde“, versprach Reischl.
Mehrere Gegner des Wohngebiets kritisierten hingegen die Pläne. Der ehemalige Gemeinderat Peter Wackerl, Gunther Reinhart oder Christoph Behnke meldeten sich immer wieder mit Bedenken und Einsprüchen zu Wort. Sie bemängelten, dass die Gemeinde in 20 Jahren zentral keinen Park realisieren könne. Zudem würde die Verkehrsbelastung „Am Eichenberg“ zunehmen. Durch die Versiegelung könnte die Hochwassergefahr bei Starkregenereignissen steigen.
Reischl verwies auf das Verkehrsgutachten, nach dem die Erschließungsstraßen noch lange nicht am Anschlag sind. „41 Prozent Grünflächen und Straßen haben wir in kaum einem anderen Wohngebiet“, betonte der Bürgermeister. Bezüglich der Gräben am Rand des Gebiets werde das Wasserwirtschaftsamt die Veränderungen untersuchen.