Wie und wo geht’s hier zur Schule? Sicherheitsradeln in Mindelheim mit dem Radwege-Checker Karl Geller

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Die Schulweg-Radltour-Erkundungsgruppe bei ihrer Sondierungstour, angeführt vom Radverkehrsbeauftragten der Stadt Mindelheim Karl Geller. © Glöckner

Einen Tag vor dem Schulstart in Bayern schwangen sich Kinder und Eltern in Mindelheim aufs Rad: Mit Karl Geller testeten sie Schulwege – gut behelmt und mit viel Aufmerksamkeit.

Mindelheim – Eine muntere Radlgruppe, bestehend aus Erwachsenen-Kind-Duos, machte sich im Norden Mindelheims auf zur Erprobungstour des sicheren Schulwegs.

Angeführt vom städtischen Radverkehrsbeauftragten Karl Geller, der als kundiger Zwei-Reifen-Capo die wissbegierige Truppe leitete, ging es durch zahlreiche kritische Verkehrsknotenpunkte der Kreisstadt – vom nördlichen Neubaugebiet Richtung Maria Ward bis in den Süden zum Maristencampus. Eine vorbildliche Übungstour.

Darf man auf dem Gehweg radeln?

Geller war bestens vorbereitet und beantwortete Fragen praxisnah. So etwa, dass Kinder bis zum achten Lebensjahr auf dem Gehweg fahren müssen – und auch die begleitenden Erwachsenen dort fahren sollen. Zwischen acht und zehn Jahren dürfen Kinder wählen, ob sie Gehweg oder Straße nutzen. Immer wieder ließ Geller die Gruppe anhalten, machte auf knifflige Kreuzungen, schwer einsehbare Abbiegestellen oder enge Einmündungen aufmerksam und ließ die Verkehrssituationen genau analysieren.

Regenhose oder doch eher Bus?

Die zehnjährigen Sara und Lena, beide mit ihren Müttern dabei, freuten sich auf die gemeinsame Routenerkundung – bestens behelmt. Sara erzählte, dass sie ihre Radfahrprüfung zwar schon bestanden habe, sich aber trotzdem gerne noch Tipps zeigen lasse. Ihre Mutter hatte vorsorglich eine Regenhose eingepackt – und wenn es richtig schütte? „Dann muss es vielleicht der Stadtbus sein“, meinte diese kritisch. Rund vier Euro koste die Fahrt allerdings.

Über viele Brücken musst du radeln

Einen Extra-Stopp legte die Gruppe an der Kunstmühle ein, wo die Holzbrücke bei Trockenheit zwar schön, bei Nässe jedoch gefährlich rutschig sein kann. Geller konnte auf Anhieb mehrere weitere Stellen aufzählen. Er berichtete, dass die Stadt bereits über einen rutschfesten Belag nachdenkt – ein Muster brachte er gleich mit: jenes, das auch im Memminger Gartenschaugelände zum Einsatz kommt.

Wie der Radbeauftragte wünschte sich auch die Radlergruppe, dass das Radverkehrskonzept bald umgesetzt wird – und zwar so, dass gegenseitige Rücksicht selbstverständlich wird. Denn Geller plädiert zwar für den Radhelm, wäre aber am liebsten in einer Stadt unterwegs, in der man ihn gar nicht bräuchte.

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