Tausende TVöD-Erzieherinnen und Kita-Leitungen betroffen – Löhne steigen und noch ein Plus

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Ab 2026 bringt der TVöD Verbesserungen für pädagogisches Personal – mehr Geld, verbesserte Zusatzleistungen und neue Wahlmodelle im Arbeitsalltag.

München – Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) wird ab 2026 angepasst. Der jüngste Abschluss betrifft Beschäftigte bei Bund und Kommunen – darunter viele pädagogische Fachkräfte im Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD SuE). Rund 265.000 Menschen arbeiten in diesem Bereich, darunter etwa 180.000 Erzieherinnen, Kinderpfleger und Kita-Leitungen (Stand: Januar 2026).

Kinder mit eine Erzieherin in einer Kindertagesstätte.
TVöD 2026 bringt ein Gehaltsplus und Vorteile für Fachkräfte in Kitas und städtischen Einrichtungen. (Symbolbild) © Thomas Koehler/ photothek/ Imago

Neben Gehaltserhöhungen sind auch weitere Vergünstigungen sowie neue Möglichkeiten für Sabbaticals und flexible Gestaltungsmöglichkeiten vorgesehen, um den öffentlichen Dienst angesichts hoher Belastungen und des Fachkräftemangels attraktiver zu machen.

TVöD 2026: So steigen die Gehälter für Erzieherinnen und Kita-Leitungen

Im TVöD SuE steigen die Tabellenentgelte ab 2026 in zwei Schritten. Bereits ab April werden die Entgelte um drei Prozent angehoben, mindestens jedoch um 110 Euro pro Monat, was besonders Beschäftigte in niedrigeren Entgeltgruppen spürbar entlastet, wie das Info-Portal oeffentlicher-dienst-news.de berichtet.

Ab Mai folgt eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent, die dann alle Entgeltgruppen betrifft. Dadurch steigt das Bruttomonatsgehalt vieler Fachkräfte um mehrere hundert Euro, abhängig von Entgeltgruppe und Aufgabenbereich.

Betroffen sind insbesondere:

  • Erzieherinnen und Erzieher in Kitas und Kindertagesstätten.
  • Kita-Leitungen mit zusätzlicher Verantwortung für Personal und Organisation.
  • Jugendpflegerinnen und Jugendpfleger in offenen Einrichtungen und Projekten.

Die Anpassungen berücksichtigen sowohl die jeweiligen Entgeltgruppen als auch bestehende Zuschläge für zusätzliche Verantwortung.

Mehr als nur Geld: Zusätzliche Verbesserungen

Für eine Erzieherin in der Entgeltgruppe S 8a bedeutet das konkret: In Stufe 3 steigt das Gehalt von derzeit 3.869 Euro auf 4.092 Euro. Kita-Leitungen in der Entgeltgruppe S 13 können sich über einen Anstieg von 4.782 auf 5.144 Euro in Stufe 5 freuen, wie kommunalforum.de aufzeigt.

TVöD SuE – Was ist das?

Der TVöD SuE regelt die Bezahlung von Beschäftigten im Sozial und Erziehungsdienst, zum Beispiel in Kitas oder Jugendhilfeeinrichtungen. Mitarbeitende werden in S‑Entgeltgruppen eingestuft, die sich nach Ausblidung, Aufgabenbereich und Berufserfahrung richten.

Die Vergütung steigt mit zunehmender Erfahrung stufenweise innerhalb der jeweiligen Gruppe und wird nach der sogenannten S-Tabelle berechnet, so das Online-Portal jobs-beim-staat.de.

Zusätzlich zur Entgelterhöhung wurden auch Regelungen beschlossen, die den Arbeitsalltag entlasten und mehr Flexibilität ermöglichen. So wird ab 2026 die Jahressonderzahlung angehoben. Für die Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst beträgt sie künftig einheitlich 85 Prozent, wie der Verband Bildung und Erziehung Baden Württemberg (VBE) berichtet. Zudem können Angestellte künftig einen Teil ihrer Sonderzahlung in bis zu drei zusätzliche freie Tage umwandeln – ausgeschlossen sind jedoch Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Ab 2027 erhalten alle einen zusätzlichen Urlaubstag. Wer mehr arbeiten möchte, kann seine Wochenarbeitszeit freiwillig auf bis zu 42 Stunden erhöhen.

TVöD 2026: Schichtzulagen und langfristige Gehaltssteigerungen

Auch die Schichtzulagen steigen ab Juli deutlich an. Beschäftigte in der Schichtarbeit erhalten künftig 100 Euro monatlich zusätzlich, bei Wechselschichtarbeit sind es sogar 200 Euro. Die Gesamtlaufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 27 Monate.

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Die große Steuererklärungs-Checkliste zum Downloaden © Ippen.Media & Westend61/Imago

Über diesen Zeitraum gerechnet bedeutet das für viele Beschäftigte eine Gehaltssteigerung von mehr als zehn Prozent. Eine Erzieherin in S 8a Stufe 5 kann mit einer langfristigen Steigerung von 11,1 Prozent rechnen, ein Sozialarbeiter in S 11b Stufe 4 mit 10,6 Prozent. Eine neue Studie enthüllt jedoch dramatische Kita-Zustände in Bayern – nur jede Zwölfte Kita hat genügend Personal. (Quellen: Verband Bildung und Erziehung Baden Württemberg, oeffentlicher-dienst-news.de, kommunalforum.de) (vw)