Grundschule Elbach bringt „Mitti-Zeitung“ heraus – 150 Exemplare schnell vergriffen

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Teil der Recherche: ein Graffiti-Workshop für die Elbacher Grundschüler. © privat

Sechs Dritt- und Viertklässler der Grundschule Elbach haben in der Mittagsbetreuung ihr eigene Schülerzeitung auf die Beine gestellt. Mit Witzen, Reportagen und Ferienideen treffen sie genau den Nerv ihrer Mitschüler – und sorgen für großen Andrang.

Elbach – Was man im Speicher so alles findet: Das dachte sich auch Barbara Stich, als sie beim Kramen in einer Kiste auf dem Dachboden plötzlich eine Schülerzeitung in den Händen hielt. „Die haben meine Kinder damals an der Grundschule Miesbach geschrieben“, erzählt sie.

Weil das mehr als 20 Jahre her ist, hätte Stich das Erinnerungsstück auch einfach wieder zurücklegen und wortwörtlich einen Deckel auf die Sache machen können. Doch aus Nostalgie wurde Inspiration. Stich nahm die Idee mit an die Grundschule Elbach, wo sie in der Mittagsbetreuung arbeitet. Die Geburtsstunde eines Projekts, dessen Ergebnis nun in einer Auflage von stolzen 150 Stück erschienen ist: die „Mitti-Zeitung“.

Redaktion aus der Mittagsbetreuung

Nach einer ersten Sondierung bei den Kindern und deren Eltern kristallisierte sich bald eine kleine Gruppe von sechs Dritt- und Viertklässlern heraus, die Interesse hatten – und schon war die Mitti-Redaktion geboren. Welche Artikel am Ende in der Zeitung stehen sollen, überließ Stich ganz den jungen Schreibern. „In diesem Alter ist es wichtig, sie einfach mal machen zu lassen.“

Tatsächlich ergaben sich die Themen dann ganz automatisch: Zwei Schüler, die laut Stich sowieso gern „ratschen“, wurden zu Interviewern. Ein passionierter Gaudibursch kümmerte sich um die Witzeseite. „Ein Tag in der Mitti“ wurde zum perfekten Reportagethema. Das neu gestaltete Treppenhaus und die bei einem Workshop (unter Anleitung) gesprühten Graffitis sorgten für bunte Bilderseiten. Zwei schachbegeisterte Grundschüler verfassten einen Artikel über das „Spiel der Könige“. Nicht fehlen durften natürlich Ideen, was sich mit der vielen Freizeit in den großen Ferien alles anfangen lässt. Überhaupt kommt die ganze Mitti-Zeitung sehr praxisnah und teils sogar interaktiv daher. Beim Durchblättern finden sich Tipps zum Ausprobieren, ein Quiz und ein Bild zum Ausmalen.

Stolze Auflage und hoher Andrang

Stich selbst war durchaus beeindruckt, was die Schüler alles erarbeitet hatten. Dann aber kam die nächste Herausforderung: die vielen losen Blätter zu einer Zeitung zusammenzufassen. Das Layout übernahm Stich am Computer – aber immer in Abstimmung mit den durchaus kritischen jungen Schreibern. Nach einem halben Jahr waren die 14 Seiten bereit für den Druck. Zunächst heftete Stich im Werkraum der Schule 50 Exemplare mit Klemmschienen zusammen. Doch die gegen eine kleine Spende ausgegebene Mitti-Zeitung war schnell vergriffen. „Wir mussten zweimal nachdrucken“, berichtet Stich stolz. Von 150 Stück seien nur gut zehn übrig geblieben.

Fortsetzung nicht ausgeschlossen

Ob es eine zweite Ausgabe der Zeitung geben wird, kann Stich aktuell noch nicht sagen. Dies hänge nicht zuletzt auch von der Zusammensetzung der neuen Mitti-Gruppe ab. Stich könnte sich aber auch vorstellen, das Zeitungsprojekt im Rahmen einer Schul-AG noch etwas größer aufzuziehen. Zunächst aber dürfen die Nachwuchsjournalisten erstmal ihre verdienten Ferien genießen – und dabei ein Zitat aus ihrer Zeitung in die Tat umsetzen: „Das schönste Geschenk ist gemeinsame Zeit.“

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