Die Gemeinde Gmund unterstützt Schüler, die das 365-Euro-Ticket kaufen. Sie bekommen 200 Euro dazu. 83 Realschüler profitieren davon.
Gmund - In Bayern gilt für die Schülerbeförderung, dass bei weiterführenden Schulen innerhalb eines Radius von drei Kilometern Schüler in der Regel keinen Anspruch auf eine kostenlose Beförderung haben und deshalb auch kein 365-Euro-Ticket erhalten, mit dem sie das ganze Jahr über im gesamten Netz des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) unterwegs sein können. Anders bei Schülern, deren Entfernung zur Schule mehr als drei Kilometer beträgt. Hier erhalten die Schüler ein solches Jahresticket, welches auch außerhalb der Schulzeit genutzt werden kann.
„Da entsteht eine Ungleichheit“, fand Bürgermeister Alfons Besel (FWG) im Gemeinderat, als das 365-Euro-Ticket Thema war. Wie aktuell in vielen Kommunen stand auch in Gmund zur Debatte, ob die Gemeinde den Betroffenen mit 200 Euro Zuschuss zur Seite stehen soll. Den Rest über 165 Euro sollten dann die Eltern oder Schüler aus eigener Tasche aufbringen.
Gmund bezuschusst 365-Euro-Ticket und will Schüler an ÖPNV heranführen
„Es gilt, alle unsere Schüler an den ÖPNV heranzuführen und auch denjenigen kostengünstig das Ticket zu ermöglichen, die innerhalb der Zone wohnen“, fand Bürgermeister Alfons Besel (FWG). Den Restbetrag über 165 Euro sei eine Summe, die auch geleistet werden könne. Der Zuschuss und nicht die komplette Übernahme würde dazu führen, dass sich nur diejenigen das Ticket holen, die es auch benutzen.
83 Realschüler seien in Gmund betroffen, berichtete Besel. Bei einer vollen Kostenübernahme müsste die Gemeinde also 30 295 Euro aufbringen, bei einer Beteiligung der Eltern wären es 17 000 Euro.
Franz von Preysing (CSU) war für die volle Kostenübernahme: „Das wäre unser Beitrag, um die Jugend zum ÖPNV zu bringen. Die Elterntaxis würden weniger, und wir können es uns leisten. Das ist gut investiertes Geld“, so Preysing.
Michael Huber (Grüne) war der Ansicht, dass es eigentlich Aufgabe des Freistaats sei, die Kosten zu übernehmen. Er habe das 365-Euro-Ticket mit dem MVV eingeführt. „Die Gemeinde muss ständig Aufgaben übernehmen, die durch problematische staatliche Beschlüsse ausgelöst werden“, sagte Huber und war für eine Eigenbeteiligung. „Sonst werden die Tickets nur gekauft und liegen anschließend herum.“ Auch solle die Zuzahlung mit Ende der Schulpflicht aufhören, zudem auf zwei oder drei Jahre befristet sein. Johann Schmid (SPD) regte an, dass bei finanzschwachen Eltern der Sozialfonds einspringen sollte. Maria Kaulfersch (FWG) hielt das Ticket für Kinder der unteren Klassen nicht für sinnvoll. „Das wäre rausgeworfenes Geld.“
Einstimmig wurde am Ende der Debatte beschlossen, das 365-Euro-Ticket mit 200 Euro zu bezuschussen – allerdings nur für die Schüler bis zur zehnten Klasse, die keinen Anspruch auf kostenlose Beförderung haben.