Der FC Bayern München sieht keinerlei Notwendigkeit, das berühmte, wenn auch mittlerweile verkleinerte Festgeldkonto des Vereins durch einen Börsengang oder zusätzliche Investoren aufzufüllen. Herbert Hainer, der Aufsichtsratsvorsitzende und Präsident des Klubs, äußerte sich dazu gegenüber Welt TV: „Wir haben noch fünf Prozent übrig, die wir im Zweifelsfalle noch verkaufen könnten. Aber dafür gibt es im Moment überhaupt keine Pläne.“
Hainer betonte die Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die finanziellen Mittel des Vereins operativ wieder aufzustocken, um auf dem Markt flexibel agieren zu können. Der FC Bayern hält derzeit 75 Prozent an der FC Bayern AG, während die Konzerne Allianz, Adidas und Audi jeweils mit 8,33 Prozent beteiligt sind.
3 Fakten über den FC Bayern
- Rekordumsatz trotz Krise: Die FC Bayern AG meldete für das Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatz von über 1,017 Milliarden Euro (inklusive Basketball und e.V.)
- Erste rote Trikots durch Zufall: Die ikonischen roten Trikots des FC Bayern entstanden 1902 zufällig, als der Verein für ein Spiel gegen 1860 München rote Stoffreste verwendete
- Faschingsverein als Ursprung: Der FC Bayern wurde 1900 offiziell als Faschingsverein gegründet, um die damals verpönte Fußballgründung zu umgehen, da Fußball als „undeutsch“ galt und keine finanzielle Unterstützung erhielt
FC Bayern hat kein Interesse an Börsengang
In seiner früheren Rolle als Vorstandschef bei Adidas lächelte Hainer auf die Frage hin, ob es nicht attraktiv sei, beim möglichen Börsengang des FC Bayern die Börsenglocke zu läuten. „Das ist ein Einmaleffekt, und dann kommt wieder das harte Leben. Also das werden wir auf keinen Fall tun“, kommentierte Hainer. Er erklärte weiter, dass er es „absolut ausschließe, dass der FC Bayern an die Börse geht in den nächsten 10, 15 Jahren“.
Finanzielle Stabilität im Fokus
Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte zuvor die sparsame Finanzpolitik des Vereins erläutert, was Hainer bestätigte. „Die finanziellen Eckdaten beim FC Bayern sind sehr stabil. Aber wir haben kein prall gefülltes Festgeldkonto mehr“, bemerkte der Präsident.
Angesichts der steigenden Spielergehälter bekräftigte Hainer die Notwendigkeit, die finanzielle Stabilität des Vereins zu bewahren. Das Ziel sei, das Festgeldkonto wieder zu füllen, um bei sportlichen Herausforderungen entsprechend investieren zu können.
Keine Spekulationen um Spielertransfers
Auf die Frage, ob Florian Wirtz von Bayer Leverkusen ein Transferziel sei, gab Hainer keine direkte Antwort. Er lobte Wirtz als „exzellenten Fußballer“ neben Jamal Musiala, betonte jedoch, dass Wirtz derzeit bei Bayer Leverkusen spielt, weshalb er sich nicht an Spekulationen beteiligen werde.
Eberls Leistung im Fokus
Herbert Hainer äußerte sich zudem positiv über die Arbeit von Sportvorstand Max Eberl, der im Zusammenhang mit der geplanten Trennung von Thomas Müller in die Kritik geraten war. „Ich denke, Max macht eine gute Arbeit, und jetzt sollten wir ihn einfach mal in Ruhe arbeiten lassen“, so Hainer. „Am Ende des Tages zählen die Erfolge und das, was dabei rauskommt, und das sieht alles ganz gut aus.“