Operationszentrale in Wiesbaden: Ex-Ukraine-General sieht in „Task Force Dragon“ eine Geheimwaffe gegen Putin

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Die USA lieferten nicht nur Waffen, sondern auch Strategie. Wiesbaden steht dabei im Zentrum. Saluschnyj erklärt, wie die Task-Force den Krieg lenkte.

Wiesbaden – Die militärische Koordination der Ukraine mit westlichen Partnern reicht offenbar tiefer als bislang bekannt. Wie der ehemalige ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj bestätigte, wurden zentrale Operationen der ukrainischen Streitkräfte gemeinsam mit den USA im hessischen Wiesbaden geplant. Für den Erfolg im Ukraine-Krieg hatte die Operationszentrale offenbar eine herausragende Bedeutung.

In einem Facebook-Beitrag bezeichnete der heute als Botschafter in London tätige Saluschnyj das gemeinsame ukrainisch-amerikanische Hauptquartier in Wiesbaden als „Geheimwaffe“ gegen Wladimir Putins Russland. Dort seien Kriegssimulationen durchgeführt, militärischer Bedarf ermittelt und Informationen an Washington sowie europäische Hauptstädte weitergeleitet worden. Der Stab sei im Sommer 2022 mit britischer Unterstützung eingerichtet worden.

Ukrainischer Ex-General: US-Operationszentrale in Wiesbaden wurde zur geheimen Kriegswaffe

„Dieses Hauptquartier ist für unsere Partner und mich wirklich zu einer Geheimwaffe bei der Planung von Einsätzen und der Formulierung der Anforderungen für deren Umsetzung geworden“, so Saluschnyj in dem Post vom Dienstag (8. April). Es habe ermöglicht, den operativen Bedarf in Echtzeit zu bewerten und die Logistik entsprechend zu gestalten.

Nachdem zuvor ein Koordinationszentrum in Stuttgart bestanden habe, sei mit der Zeit klargeworden, dass „wir mit unseren Partnern ein gemeinsames operatives Hauptquartier brauchten, um den Bedarf an Waffen und Ausrüstung auf der Grundlage der Einsatzplanung zu ermitteln“. Das daraus resultierende Wiesbadener Hauptquartier, das vom Vereinigten Königreich unterstützt wurde, habe die Planung von Einsätzen und die Formulierung von Anforderungen nach Nato-Standard ermöglicht.

„Task Force Dragon“ in Wiesbaden: gezielte Angriffe auf Putins Truppen in der Ukraine

„Wiesbaden wurde zu neuem Leben erweckt“, so Saluschnyj. „Dort planten wir Einsätze, führten Kriegsspiele durch, definierten die Bedürfnisse der ukrainischen Streitkräfte und leiteten sie an Washington und die europäischen Hauptstädte weiter“. Die Zentrale sei zu einem Dreh- und Angelpunkt für die Zusammenarbeit mit Partnern bei künftigen Militäreinsätzen geworden.

Mit seinem Facebook-Post reagierte der ehemalige ukrainische Oberbefehlshaber auf einen Beitrag der New York Times vom 29. März. In diesem wird die Existenz der „Task Force Dragon“ beschrieben – eine von den USA geleiteten Initiative mit Sitz in Wiesbaden, die den ukrainischen Streitkräften Echtzeit-Geheimdienstinformationen zur Verfügung stellte, darunter Koordinaten russischer Militärpositionen; teilweise sogar innerhalb des russischen Hoheitsgebiets.

Dem ehemaligen ukrainischen Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj zufolge ist die „Task Force Dragon“ eine Geheimwaffe gegen Wladimir Putin.
Dem ehemaligen ukrainischen Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj zufolge ist die „Task Force Dragon“ eine Geheimwaffe gegen Wladimir Putin. © IMAGO/Vyacheslav Prokofyev/Kremlin Poo

Verdeckte Kommandozentrale: Wie die USA in Wiesbaden Putins Übermacht systematisch aushebelten

Laut dem Bericht zielte das Vorhaben darauf ab, die zahlenmäßige und waffentechnische Überlegenheit Russlands auszugleichen. Täglich hätten US-amerikanische und ukrainische Offiziere gemeinsam Ziele ausgewählt. Dafür seine Satellitenbilder ausgewertet und Kommunikation abgefangen worden, um russische Einsätze zu identifizieren. Anschließend seien diese Informationen an das ukrainische Militär weitergegeben worden.

Die Enthüllung zeigt, dass die USA nicht nur Waffen geliefert und Geheimdienstdaten bereitgestellt haben, sondern auch maßgeblich an der Planung ukrainischer Gegenoffensiven mitgewirkt haben. Wie die dpa schreibt, könnte das den Vorwurf Moskaus befeuern, dass es sich beim Ukraine-Krieg um einen Stellvertreter-Konflikt handelt – sowie, dass Kiew lediglich im Auftrag Washingtons handle. (tpn)

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