Was will Trump? Brisanter Einblick in internes Zoll-Chaos

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Donald Trumps Zölle wirbeln aktuell die Welt durcheinander. Doch auch intern scheint die US-Regierung teils planlos. Ein Mar-a-Lago-Besuch verdeutlicht das.

Washington - Donald Trump und seine Zölle schocken weiter den ganzen Globus. Die Börsen stürzten überall auf der Welt ein – und überall wird über Gegenreaktionen verhandelt. Auch die EU sortiert sich, um mögliche Gegenzölle zu besprechen. Dabei suchen Politik und Wirtschaft einen Umgang mit den Trump-Zöllen. Was helfen würde: Den genauen Sinn der Aktion zu durchblicken. So ließen sich womöglich Win-Win-Situationen schaffen. Doch ein Blick auf Washington zeigt: Auch innerhalb der Trump-Regierung scheint es nicht an Planlosigkeit zu mangeln.

Trump-Zölle und das Chaos im Weißen Haus: Finanzminister eilt zu brisantem Präsidenten-Besuch

Besonders ein Besuch von US-Finanzminister Scott Bessent am Wochenende zeigt das jetzt mehr als deutlich. Bessent machte sich auf den Weg zu Donald Trump, der das Wochenende in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida verbrachte. Zu einem Zeitpunkt, als die ganze Welt versuchte Trumps Zoll-Ankündigung zu verstehen und zu erwidern und die Märkte sich bereits auf Talfahrt befanden. Bessents Anliegen laut CNN: Er hielt es für „zwingend erforderlich“, die Kommunikation der Regierung zu den Zöllen besser aufeinander abzustimmen. Bessent appellierte an Trump, dass man sich mehr auf das Endziel der Zölle konzentrieren solle, nämlich bessere Handelsabkommen mit anderen Staaten. Falls das nicht geschehe, befürchtete Bessent weitere Markt-Turbulenzen, heißt es weiter.

Der brisante Besuch zeigt einmal mehr, wie widersprüchlich die Ansichten sind, die um Donald Trump auch in der Zoll-Frage umkreisen. Sowohl das US-Ausland als auch US-Investoren suchen aktuell nach Hinweisen, ob und falls ja, wie Trump bereit ist, die Zölle zu senken. Dem Bericht nach beobachtet man vor allem Trumps Berater. Doch hier lässt sich demnach kein genauer Pfad finden. Hat Trump den Zoll-Krieg entfesselt, um Einnahmen zu generieren und die US-Industrie zu schützen – oder nutzt er sie nur als Verhandlungsinstrument? Sind die Zölle dauerhaft oder nur vorübergehend? Folgen einzelne Abkommen mit anderen Ländern - oder will Trump gar ein multilaterales Abkommen erzwingen?

Trump-Zölle als Basis einer neuen Weltordnung? Handelsberater gibt brisanten Einblick

Nur bei einer Sache ist Trump klar: Er will hart bleiben und auch negative Folgen für die USA zumindest kurzfristig in Kauf nehmen.

Bessent war vor der Verkündung ein echter Zoll-Hardliner an der Seite Trumps. Jetzt will er jedoch verhandeln. Sein Besuch hat Trump offenbar hier einlenken lassen. So teilte Bessent etwa mit, dass Trump ihn beauftragt habe, mit Japan zu verhandeln. Zeitgleich ließ Trump aber verlauten, dass von diesen Verhandlungen keine direkten Ergebnisse zu erwarten seien. Und andere Trump-Berater beharrten darauf, dass es sich nicht um Verhandlungen handle. Man bespreche vielmehr die dauerhafte Neuausrichtung des Welthandels. Handelsberater und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Paul Merage School of Business der University of California, Irvine, Peter Navarro veröffentlichte etwa einen Artikel in der Financial Times und sprach sich deutlich gegen eine Lockerung der Zölle aus.

Trump-Zölle „erst der Anfang“?

Offenbar rumort es auch in Trumps innerstem Zirkel gehörig. Wohl auch, da erste Investoren der Republikaner viel Geld verlieren. Das könnte den Druck erhöhen, Deals zu machen. Doch Trumps Taktik braucht offenbar Zeit. Laut CNN erwarte Trump aktuell, dass die einzelnen Länder ihm Angebote machen, er könne sich dann das Beste aussuchen. Dazu müssen jedoch einzelne Gespräche mit allen Ländern geführt werden. Das kostet Zeit.

Präsident Donald Trump hält inne, als er aus dem Oval Office geht, um während einer Veranstaltung zur Ankündigung neuer Zölle im Rosengarten des Weißen Hauses zu sprechen.
Präsident Donald Trump hält inne, als er aus dem Oval Office geht, um während einer Veranstaltung zur Ankündigung neuer Zölle im Rosengarten des Weißen Hauses zu sprechen. © Evan Vucci/dpa

Währenddessen brechen die Börsen ein. Dafür zentral ist die Unsicherheit des Marktes, was als nächstes passiert. Will Trump also verhandeln? Besonders Navarros Meinungsartikel war laut BBC eine „beunruhigende Botschaft“ für Investoren und das Ausland. Besonders ein Satz des Beraters wirkt wie eine Drohung: „Präsident Trump ist immer bereit, zuzuhören. Aber die Staats- und Regierungschefs der Welt, die nach Jahrzehnten des Betrugs plötzlich niedrigere Zölle anbieten, sollten wissen: Das ist erst der Anfang.“

Bessents Besuch bei Trump und der Artikel des Handelsberaters Navarro verdeutlichen eines: Das Zoll-Chaos wirbelt offenbar auch in Trumps direktem Umfeld. (rjs)

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