Bräu-Kirta in Aying: Schmuseochse „Bärli“ macht das Rennen – Tierschutz-Demonstranten ausgebuht

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Der finale Ritt: Eva Graf aus Münsing mit „Bärli“ (l.) waren am schnellsten im Ziel. Neben ihr läuft Lokalmatador „Hansi“ aus Aying mit Hias Bachmair auf dem Rücken. © Andrea Kästle

Rund 5000 Besucher sind am Samstag zur Bräu-Kirta nach Aying gekommen. Der Höhepunkt war das traditionelle Ochsenrennen.

In Allach hat er heuer im Mai den ersten Preis geholt. „Er hat richtig Potenzial“, sagte diesen Samstag Sepp Westner – und warf dabei einen liebevollen Blick hinter sich in die Box. Dort stand „Hansi“, sein mehrere Hundert Kilo schweres Lieblingstier, und gerade die Wasserwanne umwarf. Aber schon beim ersten Lauf an diesem Tag „hat ma kennt, dass er Lust hat“. Am Ende wurde er dann immerhin Vierter beim fünften Ochsenrennen in Aying.

Wie immer ging das Spektakel im Rahmen der Ayinger Bräu-Kirta über die Bühne, wie immer kamen rund 5000 Menschen und hatten noch einmal, ehe Herbst und Winter kommen, Gelegenheit, Volksfest-Stimmung zu leben. Es wurde Karussell gefahren, es wurde Musik gehört im Bierzelt – und am Samstag wurde auch ausgiebig über den Trachtenflohmarkt geschlendert, der ebenso längst Tradition ist beim schönsten und größten Kirchweih-Fest in der Region. 

5000 Besucher kamen zum Ochsenrennen, die sich teils beste Plätze gesucht hatten auf dem Hügel hinter der Rennbahn.
5000 Besucher kamen zum Ochsenrennen, die sich teils beste Plätze gesucht hatten auf dem Hügel hinter der Rennbahn. © Andrea Kästle

Derweil gingen beim Ochsenrennen mit 13 Tieren so viele wie noch nie an den Start. „Hansi“ war der einzige „Lokalmatador“, wie der Moderator ihn ankündigte, ein Einheimischer also, der dem Neumair gehört, vom Westner trainiert und vom Hias Bachmair geritten wird. „Die Mutter ist ein Fleckvieh, der Vater ein Pinzgauer“ - soviel zur Herkunft. 

Erstmalig allerdings wurde die Rennbahn nicht nur zum Rennen genutzt. Vor dem Finale demonstrierte eine gute Handvoll Tierschützer von „Animal Rebellion“ gegen die Veranstaltung. Auf ihren Transparenten stand: „Tiere sind keine Entertainer“ oder „Ochsenrennen = Tierquälerei“. Die Beteiligten, weil sie sich nicht angemeldet hatten, wurden am Ziel von der Polizei in Empfang genommen. Die Zuschauer wollten sowieso vom Anliegen der Demonstranten nichts wissen und buhten sie aus.

Siegerin ist für ihren Bruder eingesprungen

Neun Läufe standen insgesamt auf dem Plan, auch im Halbfinale schlug sich „Hansi“ noch bestens. Westner lief mit dem gelben Futtereimer voran, „um ihn zu locken“, wurde dann schnell vom Vierbeiner überholt. Überhaupt, das Ochsenrennen kam heuer mehr als sonst, hatte man das Gefühl, einem Rennen gleich. Aber natürlich mussten auch diesmal manche Rindviecher zwischendurch geschoben und gezogen werden – weil sonst nichts weitergegangen wäre. 

Bis ins Ziel demonstrierten die Tierschützer, danach wurden sie von der Polizei in Empfang genommen.
Bis ins Ziel demonstrierten die Tierschützer, danach wurden sie von der Polizei in Empfang genommen. © Andrea Kästle

Gewonnen hat den Gaudi-Wettbewerb eins der insgesamt sieben Münsinger Teams, die an den Start gegangen waren - Eva Graf mit „Bärli“. Sie sei, erzählte sie, ehe sie auf die vielen „feinen Eigenschaften“ von „Bärli“ zu sprechen kam („er ist ein Schmuseochs“), für ihren Bruder eingesprungen, der sich das Schlüsselbein gebrochen hat. Zweite wurde auch eine Frau – Theresa Wachinger mit „Wuschl“, mit dem sie auch ins Bierzelt und zum Baden geht und der überhaupt mehr Lamm scheint als Ochs.

Burschen versicherten, dass alles „nach gängigen Tierschutzrichtlinien“ laufe

Der Tierschutz war diesmal auch deshalb Thema, weil sich beim Ochsenrennen in Allach ein Tier so sehr verletzt hatte, dass es hinterher notgeschlachtet werden musste. Weshalb die Ayinger Burschen gleich zu Beginn ungefragt versichert hatten, alles laufe „nach gängigen Tierschutzrichtlinien“ ab. Auch in Münsing, wo heuer ebenfalls ein Ochsenrennen stattfand, hatten Tierschützer demonstriert. 

„Hansi“ interessierte das freilich weniger. Er ist jetzt dreieinhalb Jahre, er sei, meinte Sepp Westner, „besonders glücklich“. Sonntags wird er durchs Dorf geführt – und in der Regel von allen Seiten gestreichelt und fotografiert. „Er hat schon Starallüren.“

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