Pisten-Wahnsinn in Südtirol trotz neuer Helm-Pflicht: Ski-Experte nennt größtes Problem

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Trotz der Helmpflicht sehen Experten weiterhin Potenzial für Unfälle auf Italiens Pisten. Raserei und mangelnde Rücksicht werden zum Problem.

Bozen – In Italien gelten neue Regeln für Skifahrer: Ein Helm ist seit diesem Jahr Pflicht. Rund einen Monat nach Beginn der Skisaison zieht ein Experte aus Südtirol nun eine erste Bilanz. Den Effekt der Helmpflicht schätzt der Direktor der Südtiroler Skischule Corno del Renon, Manuel Klemera, gegenüber dem Corriere del Trentino gar nicht so hoch ein. Denn die größte Gefahr liegt aus seiner Sicht weiterhin in der übehöhten Geschwindigkeit mancher Skifahrer – und bei Schlittenfahrern, die sich an keine Regeln halten.

Skifahrer auf einer Piste (Symbolbild).
Skifahrer auf einer Piste (Symbolbild). © IMAGO / Sven Simon/Frank Hoermann

Schon vor Einführung des neuen Gesetzes hätten „90 Prozent der Skifahrer, Erwachsene wie Kinder, einen Helm“ getragen, so Klemera. „Diejenigen, die vorher keinen trugen, taten es, sobald sie von der Helmpflicht erfuhren.“ Laut dem Experten halten sich ausnahmslos alle auf der Piste nun an die neue Regel. Ein großer Erfolg. Gefahrenpotenzial gibt es aber weiterhin, denn manche Skifahrer „rasen extrem gefährlich die Piste hinunter, ohne zu bremsen. Damit gefährden sie nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen Skifahrer.“

Die häufigsten Gründe für Unfälle auf der Piste - und die Entwicklung

Wenn Unfälle auf der Piste passieren, dann laut dem Experten eben häufig wegen der hohen Geschwindigkeit mancher Wintersportler. „Im Vergleich zur Vergangenheit sind mehr Skifahrer auf den Pisten, und damit ist auch die Zahl der Unfälle gestiegen“, fasst Klemera gegenüber Corriere del Trentino zusammen. Grundsätzlich hätten die meisten aber verstanden, „dass sie ihre Fahrweise ändern müssen, und im Vergleich zu vorherigen Jahren gibt es heute deutlich mehr Aufmerksamkeit.“ Dennoch liefert dem Experten besonders eine Gruppe von Wintersportlern Grund zur Besorgnis.

„Am meisten bereiten uns Bob- und Schlittenfahrer Sorgen. Mehrfach fahren sie nahe an den Skipisten entlang und schaffen sehr gefährliche Situationen. Die schwersten Zusammenstöße werden von Personen auf Schlitten verursacht, die die Regeln nicht einhalten und glauben, über allem zu stehen.“ Und dann gibt es noch einen weiteren Trend gegen den allerdings auch keine neuen Regeln helfen: Es fällt immer weniger Schnee. „Die Situation ist leicht schlechter als in den Vorjahren“, sagte Marco Zardini, Präsident der Liftgenossenschaft in Cortina d‘Ampezzo der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Die Situation sei „nicht optimal, aber auch nicht dramatisch“, kommentierte indes Christian Azzolini, Direktor der Liftgenossenschaft Arabba und Marmolata im Gebiet Dolomiti Superski. Allerdings: Wegen Schneemangels musste in Italien bereits eine Piste gesperrt werden. Die Folge waren lange Schlangen an einem Lift an der Marmolata. In Bayern kämpfen manche Skiegebiete wegen der milden Temperaturen sogar ums Überleben. (Quellen: Corriere del Trentino, dpa) (bme)

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