Wie steht es eigentlich um den geplanten großen Wohnmobilstellplatz auf dem Thermen-Parkplatz in Kochel? Das Projekt, auf das sich Touristen freuen, ist in der einheimischen Bevölkerung umstritten.
Kochel am See - Vor über einem Jahr, im Mai 2024, hat der Gemeinderat mit der hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme abgesegnet, dass ein „Nachtragsgutachten“ erstellt werden kann. Wie berichtet, hatte zuvor das Landratsamt bauliche Bedenken wegen im Boden verlaufender Drainagerohre der alten Hausmülldeponie und deren Sanierung geäußert.
Die Thermen-Verwaltung entrüstete sich daraufhin, dass das Gutachten „zu kritisch“ sei. Bei einem Spitzengespräch mit Bürgermeister Jens Müller, Landrat Josef Niedermaier, Gerd Bittermann (Vorstandsvorsitzender der Kristallbäder AG) und Günther Beckstein (Aufsichtsratsvorsitzender) sowie leitenden Landratsamtsmitarbeitern wurde vereinbart, ein weiteres Gutachten zu erstellen. „Das Verfahren läuft immer noch“, antwortet Marlis Peischer, Pressesprecherin des Landratsamts, auf Anfrage. „Allerdings hoffen wir, dass es in diesem Jahr noch abgeschlossen werden kann.“
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Die Sache zieht sich schon über drei Jahre. Der Kochler Gemeinderat hatte im Januar 2022 grünes Licht für den Bau von 91 Stellplätzen gegeben. Im Vorfeld hatte es Proteste von Bürgern und den umliegenden Campingplatz-Betreibern gegeben. Bauherr des Stellplatzes ist die „BTC Bäder- und Thermen-Consult GmbH“, die mit der Kristallbäder AG, also dem Betreiber der Therme, verzahnt ist. Dort bezeichnet man das Projekt als „Wohnmobilhafen“. Geplant ist auch ein Sanitärgebäude mit öffentlichen Toiletten.