Eine alte Bauernregel soll in dieser Woche zeigen, was der Frühling 2026 bereithält – und sie wird noch immer jedes Jahr genau beobachtet.
Der 10. Februar ist im Volkskalender dem heiligen Paulus von Theben gewidmet, besser bekannt als Paulus Einsiedel. Der ägyptische Wüstenmönch gilt als erster christlicher Eremit, und sein Gedenktag hat in Mitteleuropa auch meteorologische Bedeutung. Eine alte Bauernregel sagt: „Ist der Paulustag gelinde, gibt’s im Frühjahr raue Winde.“ Noch heute wird sie zitiert, wenn das Februarwetter auffällig mild erscheint.
Die Regel ordnet dem Wetter am 10. Februar eine Vorhersagekraft für den kommenden Frühling zu. Ist der Tag freundlich und mild, soll ein launischer Märzwind folgen – bleibt es dagegen kalt, verspricht das einen ruhigeren Start ins Jahr. Solche Sprüche gehen auf bäuerliche Erfahrung zurück: Landwirte beobachteten Windrichtungen, Schneeschmelze und Temperaturverlauf, um Saat und Ernte möglichst günstig zu planen. Auch für den Valentinstag am 14. Februar gibt es interessante Bauenregeln.
Was hinter der Bauernregel zum 10. Februar steckt
Bevor es Wetterinstrumente gab, gaben sogenannte Lostage Orientierung. Sie lagen oft an kirchlichen Feiertagen, weil sich diese leicht merken ließen. Der Paulus‑Einsiedel‑Tag fiel in eine Jahreszeit, in der sich der Winter langsam veränderte. Milde Luftmassen Mitte Februar konnten auf einen frühen Wetterumschwung hinweisen – Gefahr für Stürme oder Frost im Frühjahr. Solche Beobachtungen prägten die bis heute überlieferten Regeln.
Die bekannte Form der Regel lautet: „Ist der Paulustag gelinde, gibt’s im Frühjahr raue Winde.“ Besonders in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz ist sie im Volkskalender bezeugt. Ihr Inhalt lässt sich meteorologisch teils nachvollziehen: Milder Spätwinter steht oft mit Westwindlagen in Verbindung, die im Frühjahr stürmischer werden können. Die Bauernregel beschreibt dieses Muster anschaulich, jedoch ohne sicheren Prognosewert.
Der Februar kennt mehrere solcher Wetterweisheiten. Am 2. Februar heißt es etwa: „Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“ Auch diese Sprüche verbinden Witterungsbeobachtung mit Kalenderrhythmus. Im ländlichen Alltag waren sie Orientierungspunkte, vergleichbar mit späteren Wetterberichten. Ob sich die Regel im Jahr 2026 erfüllt, wird der Frühling zeigen. Doch wichtiger als ihre Trefferquote ist ihr kulturhistorischer Wert. Europa ist eigentlich kein Kontinent – welchen sollte es stattdessen geben?