Der Wahlkampf für die Kommunalwahl im März 2026 hat offiziell begonnen. Die CSU schickte am Donnerstagabend ihren Stadtrat Christian Hartmann ins Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters. In seiner kämpferischen Rede machte der Kandidat deutlich: Außer den Nachnamen hat er mit dem Amtsinhaber nicht viel gemeinsam.
Dachau – Die Niederlage vor sechs Jahren war deutlich. Der Kandidat der CSU, Peter Strauch, kam gegen den Amtsinhaber, Oberbürgermeister Florian Hartmann, lediglich auf 14,05 Prozent. Hartmann im Gegenzug schaffte ein Rekord-Ergebnis: 76,04 Prozent. Auch die CSU-Fraktion schrumpfte deutlich: Nur noch zehn Christsoziale waren fortan im Stadtrat vertreten.
Der einzige CSU-Gewinner der vergangenen Stadtratswahl war der Dachauer Bäckermeister Christian Hartmann. Auf einem hinteren Listenplatz gestartet, schaffte er aus dem Stand das sechstbeste CSU-Ergebnis. Obwohl ein Neuling in der Lokalpolitik, mischte der Unternehmer auch sofort im Stadtrat mit. „Er hat Blut geleckt“, umschreibt es CSU-Fraktionssprecher Florian Schiller.
Hartmanns offenkundige Nähe zum Bürger, seine immer noch frische Sicht auf die zuweilen dröge Stadtratsarbeit, sein Fleiß und seine zupackende Art seien es nun auch, die der Dachauer CSU helfen sollen, die laut Ortsvorsitzendem Tobias Stephan „verheerende“ und „nicht akzeptable“ Niederlage vor sechs Jahren wieder wettzumachen. Nach dem Willen der Stadtratsfraktion, der Jungen Union, der Frauen-Union sowie des CSU-Ortsvorstands sollte der 56-jährige, dreifache Familienvater Christian Hartmann der Herausforderer von Amtsinhaber Florian Hartmann bei der Oberbürgermeisterwahl werden.
Die CSU-Mitglieder, die zur Aufstellungsversammlung am Donnerstagabend ins Thomahaus kamen, folgten diesem Wunsch einstimmig. Alle 46 anwesenden, stimmberechtigten Mitglieder sprachen sich für das – allein schon wegen des Namens – spannende Duell aus: Hartmann gegen Hartmann.
Ein verwandtschaftliches Verhältnis zum Amtsinhaber bestehe nicht, betonte der Kandidat auf Nachfrage. Auch inhaltlich möchte sich Christian von Florian unterscheiden: Mit vielem, was in seiner Heimatstadt aktuell vor sich gehe, könne man nicht zufrieden sein, findet Christian Hartmann: Das MD-Gelände sei seit Jahren eine Brache, der Wohnungsbau sei quasi zum Stillstand gekommen, die großen Vereine TSV und ASV Dachau seien in maroden Sportstätten untergebracht. Hartmanns Überzeugung: „Die Verwaltung muss für den Bürger da sein, und nicht umgekehrt!“ Und Politik solle endlich wieder dort stattfinden, wo die Menschen sind: „In den Vereinen, auf dem Wochenmarkt und beim Bäcker!“
Dass der OB-Kandidat ein Bäcker ist, ein Handwerker, ein Unternehmer, einer, der anpacken kann und Verantwortung übernimmt, kam in allen Reden des Abends zur Sprache. Keiner in Dachau verkörpere das CSU-Motto „Nah am Menschen“ so gut wie Christian Hartmann, erklärte etwa Ortsvorsitzender Stephan. Er müsse „nicht die Ärmel hochkrempeln, die sind bei ihm schon hochgekrempelt“, betonte der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Florian Schiller.
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Und dass gerade die Stadtratsfraktion in nächster Zeit eine zupackende Hand braucht, wurde am Donnerstagabend ebenfalls deutlich. Die Aufstellung der Liste für die Stadtratswahl 2026 soll zwar erst im Oktober erfolgen, sicher aber ist schon jetzt: Viele der altgedienten CSU-Stadträte werden nicht mehr antreten. „Es wird eine Zäsur“, so Stephan. OB-Kandidat Hartmann wird also neben seinem eigenen Wahlkampf erst einmal die Suche nach passenden CSU-Listenkandidaten managen müssen.
Daran wollte der Kandidat Hartmann am Donnerstag aber noch nicht denken. Erst einmal sollte gefeiert werden. Er sei „sehr stolz und froh“, ein einstimmiges Votum seiner Parteifreunde bekommen zu haben. Die Brezen, die er für den Abend mitgebracht hatte, seien hiermit „für alle da“!