Bei der Anreise zum Westbalkantreffen in Belfast kommt es nach der Landung zu einem kuriosen Vorfall. Der Außenminister bleibt gelassen.
Belfast – Am Mittwoch (8. Oktober) stand für Bundesaußenminister Johann Wadephul das Westbalkan-Treffen in Nordirlands Hauptstadt Belfast an. Doch dessen Anreise stand unter keinem guten Stern. Der CDU-Politiker musste rund 45 Minuten warten, bis er die Maschine verlassen konnte – direkt auf der Landebahn. Der Minister nahm es mit Humor.
Bei dem Treffen wollten die Außenminister der EU-Länder über den Beitrittsprozess der sechs Westbalkanstaaten (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien) beraten. Der Auftakt verlief für Wadephul ungewöhnlich. Das hatte mit Parkplatz-Problemen auf dem Aldergrove-Flughafen zu tun. Deutsche Regierungsflieger sind berüchtigt für ihre Pannen. In dem Fall trifft die Flugbereitschaft der Bundeswehr allerdings keine Schuld.
Wadephul muss erst im Flieger ausharren, darf dann auf der Landebahn aussteigen
Der Tower hatte offenbar mit einer anderen Maschine gerechnet als einem Airbus A350. Bereits kurz nach der Landung hatte der Pilot von Schwierigkeiten berichtet. „Die Kollegen hier in Belfast am Boden, die sind sich offensichtlich nicht so ganz darüber im Klaren, dass unser Flugzeug ein bisschen ein größeres ist“, sagte er um 18.49 Uhr laut der Deutschen Presse-Agentur.
Es gebe Diskussionen über die Rollwegbreite, da der Rollweg für den Regierungsflieger zu schmal sei. Es könne sein, dass man gleich vor Ort die Triebwerke ausmachen müsse und dann an die Parkposition geschleppt werde – Luftlinie etwa 300, 400 Meter, fügt der Flugkapitän hinzu und bat um Geduld.
Um 19.13 Uhr wandte sich der Pilot erneut an Wadephul und seine Delegation. Auch er finde die Situation „mehr als unbefriedigend“. Dies habe er „dem Tower bestimmt jetzt schon fünf Mal gesagt“. Er habe vorgeschlagen, „dass Sie direkt hier aussteigen“, sagte er und ergänzte: „Aber die diskutieren sich hier zu Tode.“ Er könne leider immer noch keine Aussage machen, „wie lange das dauert“.
Wadephul witzelt über Verspätung
Einige Minuten später rollte der Airbus dann tatsächlich weiter – kam aber nicht weit. Um 19.34 Uhr konnte der Minister dann endlich über die hintere Tür aus dem Flugzeug aussteigen. Wadephul reagierte entspannt und eher belustigt auf den abendlichen Vorfall. „Meine Güte, was für ein Drama“, sagte er spaßig. Den Beginn des Empfangs verpasste er durch die Verspätung. Ebenfalls länger als geplant war ein Flug der früheren Außenministerin Annalena Baerbock nach Dschibuti. (Quelle: Nachrichtenagentur dpa) (mt)