Geretsried feiert 75 Jahre Gemeindegründung und 55 Jahre Stadterhebung

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Großer Festakt: BdV-Präsident Bernd Fabritius (vorne sitzend) trug sich im Beisein von Landrat Josef Niedermaier (3. v. r.), dem Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller (r.) sowie weiteren Rathauschefs umliegender Kommunen, Partner- und Patenstädten ins Goldene Buch der Stadt ein. © Peter Herrmann

Am 1. April 1950 gründete sich die damalige Gemeinde Geretsried. 20 Jahre später folgte am 27. Juni 1970 die Stadterhebung. Diese beiden Ereignisse feierten 167 Gäste im Ratsstubensaal.

Geretsried – Bürgermeister Michael Müller begrüßte zunächst den Präsidenten des Bundes der Vertriebenen, Bernd Fabritius, Landrat Josef Niedermaier sowie viele Rathauschefs aus den umliegenden Gemeinden, Partner-, Paten- und Schwesterstädten.

„Auf dem Gelände eines ehemaligen Rüstungsstandortes wuchs eine neue Heimat für Tausende von Menschen, die durch den Krieg alles verloren hatten“, erinnerte Müller an die Geschichte der Vertriebenenstadt. Geretsried habe ebenso wie Waldkraiburg, Traunreut und Neutraubling eine Sonderstellung im kommunalen Gefüge Bayerns.

Der Rathauschef würdigte die Entwicklung zu einer „dynamischen, weltoffenen Stadt mit 112 Nationalitäten, florierender Wirtschaft, kultureller Vielfalt einem Gemeinschaftsgeist, der seinesgleichen sucht“. Geretsried sei somit ein Musterbeispiel und Vorbild für gelungene Integration. „Wer verstehen will, was Deutschland kann, der muss nach Geretsried schauen“, empfahl der Bürgermeister. Die Geschichte von Flucht und Vertreibung sei aktueller denn je.

Landrat Josef Niedermaier bezeichnete Geretsried als „Motor im Landkreis“ und räumte ein, dass es in der Vergangenheit durchaus Meinungsverschiedenheiten gegeben habe. „Totale Harmonie verblödet“, befand der Tölzer. Als Impulsgeber für Innovationen sei die größte Stadt im Landkreis durchaus wertvoll.

Louis Giscard D’Estaing, Bürgermeister aus der französischen Partnerstadt Chamalières, erinnerte an viele gegenseitige Besuche. Teile seiner Rede übersetzte die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Edith Peter. Laut Giscard D’Estaing komme es mehr denn je auf den Zusammenhalt europäischer Staaten an, um sich gegenüber den USA, Russland und China zu behaupten.

BdV-Vorsitzender Bernd Fabritius hob danach, wie zuvor Müller, die deutsche Nachkriegsgeschichte hervor. Geretsried sei einst ein im Wald versteckter Teil der Rüstungsmaschinerie und „Ort der Schatten“ gewesen. Dank des Fleißes verschiedener Volksgruppen sei ein blühendes Gemeinwesen entstanden. „Hier bündelt sich das Beste dessen, was ein jeder aus seiner Heimat und kulturellen Identität mitgebracht hat“, lobte Fabritius.

56-seitige Festschrift „GERETSRIEDerLEBEN – Das einfach andere Stadtjubiläum“

Bevor der BdV-Vorsitzende sich gemeinsam mit Landrat Niedermaier und allen Bürgermeistern ins Goldene Buch der Stadt eintrug, warb Michael Müller für die reich bebilderte 56-seitige Festschrift „GERETSRIEDerLEBEN – Das einfach andere Stadtjubiläum“. Musikalisch begleitet vom „Brass-Quartett“ der Musikschule, genossen die Festgäste danach ein Jubiläumsmenü mit Rindsgulasch, Böhmischen Knödel und Bayerisch Creme.

Die Mischung von Speisen aus der alten und neuen Heimat war der kulinarische Beweis für gelungene Völkerverständigung. „Integration geht auch durch den Magen“, stellte Bürgermeister Müller fest.

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