Bestimmte Lebensmittel im Kühlschrank können das Alzheimer-Risiko steigern. Ein Hirnforscher warnt eindringlich. So ernähren Sie sich richtig.
Miami – Der Schlüssel ist nicht mehr auffindbar, alltägliche Aufgaben wie das Bedienen der Kaffeemaschine werden mühsamer und auch der Name der Nachbarin entfällt: Was zunächst harmlos erscheint, kann der Beginn einer verheerenden Krankheit sein. Knapp 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Demenzerkrankung, wobei Alzheimer die häufigste Form ist. Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zufolge wird die Zahl bis zum Jahr 2050 auf 2,7 Millionen steigen.
Angesichts dieser alarmierenden Entwicklung gewinnt die Prävention durch einen gesunden Lebensstil zunehmend an Bedeutung – auch wenn sich die Erkrankung nicht vollständig verhindern lässt. Genau hier setzt Dr. Austin Perlmutter an, ein renommierter amerikanischer Hirnforscher an: Auf Instagram spricht er eine eindringliche Warnung vor bestimmten Lebensmitteln aus, die Millionen Menschen täglich konsumieren.
Gefahr im Kühlschrank: Hirnforscher verzichtet auf beliebte Getränke, um Alzheimer vorzubeugen
„Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf die Gehirngesundheit, und die Forschung stellt immer wieder einen Zusammenhang zwischen der Qualität der Ernährung und dem Risiko für Erkrankungen wie Alzheimer fest“, so Perlmutter in seinem Video. Er verzichte konsequent auf Softdrinks, die „absolut keinen Nutzen“ haben. Stattdessen liefern sie große Mengen Zucker, der mit „metabolischer Dysfunktion und einem erhöhten Entzündungsrisiko“ verbunden sei. Diese beiden Faktoren seien Wege, die die Entstehung der für Alzheimer charakteristischen Proteinablagerungen im Gehirn fördere.
Vom Griff zu Light-, Zero- oder Dietalternativen rät der Hirnforscher ab, schließlich verstecken sich auch dort künstliche Süßungsmittel. Sinnvoller sei eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Auch wenn es herausfordernd sein kann: Unser Gaumen und unsere Geschmacksknospen lassen sich trainieren, sodass wir schon bald keine Süße mehr benötigen.
Meta-Analyse bestätigt: 50 Prozent höheres Alzheimer-Risiko durch gesüßte Getränke
Die wissenschaftliche Grundlage für Perlmutters Warnungen bildet eine Meta-Analyse, die im renommierten Fachjournal Aging & Mental Health veröffentlicht wurde. Die Forschenden untersuchten systematisch den Zusammenhang zwischen dem Konsum gesüßter Getränke und dem Alzheimer-Risiko anhand mehrerer großer prospektiver Kohortenstudien.
Die Ergebnisse sind dramatisch: Menschen, die am meisten zuckergesüßte Getränke konsumierten, hatten ein um fast 50 Prozent höheres Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Der häufige Verzehr von Erfrischungsgetränken mit anderen Süßstoffen erhöhte das Risiko um 40 Prozent. Das Team um Nagham Jouni weist darauf hin, dass weitere Forschung nötig sei, um die ursächlichen Mechanismen zu klären und die „Evidenz für Empfehlungen der öffentlichen Gesundheit zur Reduzierung des Zuckerkonsums zu stärken.
Wissenschaft identifiziert zusätzliche risikoreiche Lebensmittel – MIND- und Mittelmeerdiät als Prävention
Doch nicht nur Softdrinks landen auf der roten Liste. Eine im Jahr 2024 in Neurology veröffentlichte Langzeitstudie der Harvard Medical School untersuchte über 133.000 Teilnehmenden über mehrere Jahrzehnte. Das Ergebnis: Jede zusätzliche tägliche Portion verarbeiteten roten Fleisches war mit einer kognitiven Alterung von 1,61 Jahren verbunden. Bei der verbalen Gedächtnisleistung betrug dieser Effekt sogar 1,69 Jahre pro täglicher Portion.
Wer seinem Hirn etwas Gutes tun will, sollte laut einem Beitrag in der Fachzeitschrift Nature auf die MIND- und Mittelmeerdiät setzen. Erstere kombiniert Elemente der Mittelmeerdiät und der DASH-Diät und betont den Verzehr von Blattgemüse, Beeren, Nüssen, Vollkornprodukten und Fisch. Gleichzeitig empfiehlt sie, rotes Fleisch, Butter, Käse, Gebäck und frittierte Lebensmittel zu begrenzen. Die Mittelmeerdiät beinhaltet Olivenöl, Fisch, Gemüse, Obst und moderate Mengen Rotwein. (Quellen: Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Instagram, Aging & Mental Health, Neurology, Nature) (jaka)
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