Bye-bye Bergstation: Abriss auf dem Hörnle beginnt

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Jetzt wird‘s ernst: Der Bagger trägt das Dach der Bergstation ab. © DB

Es ist ein großer Schritt im Rahmen der umfangreichen Sanierung der Schwebebahn in Bad Kohlgrub: Die Bergstation wird abgerissen. Ein Unterfangen, bei dem Vorsicht geboten ist.

Erst einmal muss der Schnee weg. Überall liegt er im Bereich der Hörnle-Bergstation. Der Bagger darf mit seiner Schaufel ran, die weißen Massen entfernen. Es dauert, bis endlich die Greifzange zum Einsatz kommt und am Dach zupackt – und der Abriss am Mittwochvormittag bei herrlichem Wetter beginnt. Wenn auch mit Verspätung.

Schon länger stehen die Bagger bereit, doch Neuschnee und schlechte Witterung verzögerten den Abbruch der Bergstation. Für den 17. November war er ursprünglich terminiert gewesen. Seither prüften die Verantwortlichen täglich die Wetterprognosen, um entscheiden zu können, ob ein Start möglich ist. Während oben am Berg Abwarten auf dem Programm stand, liefen die Arbeiten an der neuen Anlage im Tal weiter – insbesondere das Abhängen des Zugseils. Ein enormer Kraftakt.

Gesamtkosten liegen bei 2,5 Millionen Euro

Die Schwebebahn fährt seit 1954. Seitdem verrichtete sie zuverlässig ihren Dienst. Seit dem Jahr 1979 besitzt das Getriebe einen Betriebsstundenzähler. Aktueller Stand: 73 103 Stunden. Die Zeit war reif für die umfangreiche Sanierung. Unumgänglich, um den Betrieb weiter gewährleisten zu können. Kalkuliert ist das Mammutprojekt mit Gesamtkosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

Der Abriss der Bergstation ist das umfangreichste und kostenintensivste Teilprojekt der gesamten Modernisierung. 700 000 Euro sind allein für diesen Abschnitt veranschlagt. Hinzu kommen Investitionen in die Sicherheitstechnik. Brandmeldeanlagen sollen künftig in Berg- und Talstation installiert werden. Die neuen elektronischen Steuerungen verschlingen weitere 500 000 Euro. „Die Sicherheit geht vor“, erklärt Geschäftsführer Frank Peters. „Deshalb investieren wir auch in eine Brandmeldeanlage, die in der Berg- und Talstation verbaut wird.“

Hörnle-Hütte geöffnet

Vorsichtig muss der Bagger auf 1390 Metern ans Werk gehen. Dachrinnen und Bauteile werden abgetragen, nach Material sortiert und sauber abgelegt. Der Naturschutz spielt dabei eine zentrale Rolle. Außerdem befindet sich im Inneren der Bergstation noch wichtige Technik, die jedoch weiterhin benötigt wird. Auch das Zugseil wurde mit Holz verkleidet, um es vor Beschädigungen zu schützen. Nur das Gebäude außen herum muss weichen. Die Trasse bleibt bestehen, während die Talstation umfassend umgebaut und modernisiert wird. „Das Getriebe des Antriebs wurde dort mittlerweile demontiert und wird für den Transport in die Schweiz hergerichtet“, berichtet Peters. Dort geht es zur Generalüberholung zurück an den Hersteller. Dieses Bauteil soll in der neuen Bahn wieder seinen Platz finden.

Es rührt sich was. Die Baustelle lockt viele Besucher an. Tourenskigeher und Winterwanderer werfen einen Blick darauf. Trotz der Arbeiten müssen sie nicht auf den Einkehrschwung verzichten. „Die Hörnle-Hütte hat nach wie vor geöffnet“, betont Peters. „Da der Materialtransport nicht mehr mit der Bahn funktioniert, unterstützen wir mit unseren Fahrzeugen, die eh nach oben zur Baustelle müssen.“

Im Mai 2026 soll das Projekt fertig sein. Derzeit läuft alles nach Plan, sagt der Geschäftsführer. „Es geht voran, wir sind zufrieden mit den Bauabschnitten.“