Nach Braucnschweig-Spiel gegen Ulm - Zweitliga-Stürmer von Emotionen überwältigt, im Sky-Interview fließen die Tränen

Der SSV Ulm steckt tief in der 2. Liga tief im Abstiegskampf, würde als Vorletzter nach aktuellem Stand direkt wieder in die 3. Liga müssen. Die Rettung ist aber unverändert zum Greifen nahe. Vor dem großen Duell mit Köln am kommenden Samstag gab es für die „Spatzen“ am 24. Spieltag allerdings einen späten Nackenschlag.

Im Kellerduell bei Eintracht Braunschweig (1:1) sah es lange nach dem vierten Saisonsieg aus, es wäre der erst zweite Dreier aus den jüngsten 16 Spielen gewesen. Und mit dem hätte das Team von Trainer Thomas Wörle (43) sogar die direkten Abstiegsränge verlassen, hätte mit den Niedersachsen die Plätze getauscht und wäre als 16. in das Heimspiel gegen den 1. FC Köln gegangen.

Polter jubelt ausgelassen, nach Abpfiff schlagen die Emotionen um

In der 85. Minute sorgte dann allerdings Sebastian Polter (33) für den späten Ulm-Schock. Der langjährige Bundesliga-Stürmer (spielte dort schon für sieben Vereine) war erst zwei Minuten zuvor eingewechselt worden, stand dann nach einer Ecke goldrichtig und nickte mit seinem ersten Ballkontakt zum 1:1-Ausgleich ein. Dabei blieb es bis zum Schlusspfiff.

Während Ulm haderte und den vierten Spieltag in Folge auf einem direkten Abstiegsrang beendete, erlebte Braunschweigs Matchwinner eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Polter jubelte im Spiel ausgelassen, ballte die Fäuste, schlug sich Richtung Fankurve brüllend auf die Brust. Nach Abpfiff schlugen die Emotionen dann aber um.

„Es tut weh, wenn du lange nicht triffst“

Weil der Routinier erstmals seit September 2023 (damals für Schalke 04) getroffen hatte, kamen auch die schweren Zeiten in den 525 langen Tagen vor dem nächsten Tor wieder hoch.

Polter stockte am Sky-Mikrofon auf Nachfrage zu seinen Gefühlen, dann brach die Stimme, Tränen flossen. „Wir Stürmer leben von den Momenten“, sagte Polter, wischte kurz darauf mehrmals mit der Hand entlang der feuchten Augen: „Es tut weh, wenn du lange nicht triffst.“

Das Ende seiner Durststrecke und den anschließenden Ausbruch sah er als gutes Omen für den Braunschweiger Schlussspurt im Tabellenkeller: „Wir brauchen das im Abstiegskampf. Diese Emotionen, wir brauchen das auf dem Platz. Wenn wir den Kampf annehmen, dann musst du das immer wieder in die Waagschale werfen.“

Von Béla Csányi

Das Original zu diesem Beitrag "Schock für nächsten FC-Gegner: Zweitliga-Stürmer weint im TV-Interview: „Es tut weh“" stammt von Kölner Express.