Olaf Scholz verbringt Trumps Inauguration Day in Traditionsbrauerei an bayerischer Grenze

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In der Glaabsbräu kostete Olaf Scholz frisch gezwickeltes Bier. Am Tag von Trumps Amtseinführung widmete er sich dem Dialog mit der traditionsreichen Brauerei.

Seligenstadt – Die meisten Seligenstädter sind zum Wochenbeginn von dem großen Polizeiaufgebot in ihrer Stadt wohl überrascht worden. Der Kurzwahlkampf bis zur vorgezogenen Neuwahl des Bundestags am 23. Februar sorgt auch dafür, dass die Terminkalender des politischen Spitzenpersonals kurzfristiger als gewöhnlich gefüllt werden.

Gerade mal eine Woche Vorlaufzeit hatte daher auch der Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz bei Glaabsbräu in Seligenstadt (Kreis Offenbach) – eine Station auf der zweitägigen Hessen-Tour des Kanzlers, die unter dem Titel „Firmenbesichtigungen“ steht und die Brauerei an der Wallstraße als Betrieb mit zukunftsfähigen Investitionen in den Industriestandort Deutschland rühmt. Von dem Besuch berichtete nun die Offenbach Post.

Vertreibt Kummer und Sorgen: Das Interesse von Olaf Scholz (2. von rechts) galt insbesondere dem Trend zu alkoholfreien Bieren. Glaabsbräu besitzt eine eigene Entalkoholisierungs-Anlage. Julian Menner, Jens Zimmermann und Robert Glaab (von links) verkosten mit dem Kanzler.
Vertreibt Kummer und Sorgen: Das Interesse von Olaf Scholz (2. von rechts) galt insbesondere dem Trend zu alkoholfreien Bieren. Glaabsbräu besitzt eine eigene Entalkoholisierungs-Anlage. Julian Menner, Jens Zimmermann und Robert Glaab (von links) verkosten mit dem Kanzler. © Axel Hampe

Tradition und Innovation bei Glaabsbräu: Kostprobe in der ältesten Brauerei Südhessens

Vor versammelter überregionaler Presse genießt der Bundeskanzler sichtlich das, was sich auch bei Vereinen, Firmenabteilungen und Freundesgruppen immer größerer Beliebtheit erfreut: Die Besichtigung der noch recht neuen Brauereihalle samt Rundgang mit den Geschäftsführern Robert Glaab und Julian Menner. Zu den Vorzügen gehört – natürlich – das Zwickeln des ungefilterten Bieres direkt aus dem Tank. Nach einem kurzen Innehalten mit neutral-kritischem Ausdruck verriet Scholz’ Gesicht: Es schmeckt.

Zuvor präsentierte Braumeister Julian Menner ihm bereits den wertvollen Rohstoff, als der Bundeskanzler die grünen Hopfen-Pellets in einen großen Messbecher füllen durfte. Zum Erstaunen der Glaabsbräu-Entourage lag Olaf Scholz bei der Füllmenge mit 1741 Gramm gerade mal drei Gramm unter dem Gründungsjahr der ältesten Brauerei Südhessens. Bevor es zu den abschließenden Statements vor die zahlreichen Kameras und Mikrofone ging, musste der Kanzler beim Malz-Sack nochmal anpacken.

Von Brauereirundgang zu Bürgergespräch: Scholz vor Bundestagswahl über Trump und Ukraine

Und schon war nicht mehr der Brauerei-Alltag in Seligenstadt das vorherrschende Thema, sondern die große politische Bühne: Bereits die erste Frage nach den Unterschieden zum Bundestagswahlkampf 2021 führte Olaf Scholz zu Russlands Angriff auf die Ukraine, die seitdem dramatisch veränderte Sicherheitslage, riesige Rüstungsausgaben und Subventionen in Milliardenhöhe, um Energie und Importe sicherzustellen.

Kein Hopfen und Malz verloren: Geschäftsführer Robert Glaab zeigt Olaf Scholz die Handwerkskunst des Brauens, kritisch beäugt von den Experten der Brauerei.
Kein Hopfen und Malz verloren: Geschäftsführer Robert Glaab zeigt Olaf Scholz die Handwerkskunst des Brauens, kritisch beäugt von den Experten der Brauerei. © Axel Hampe

Am Tag von dessen Amtsantritt kam schnell auch US-Präsident Donald Trump zur Sprache: „Wir sollten uns beim Blick auf die USA immer daran erinnern, dass ohne unseren transatlantischen Partner die Demokratie in Deutschland nicht denkbar gewesen wäre“, hob Scholz die alles überragende Bedeutung der Vereinigten Staaten für Deutschland hervor.

Dass er den „Inauguration Day“, die Amtsübernahme Trumps, in Seligenstadt verbrachte und nicht in Washington – Trump hatte ihn nicht eingeladen –, sah Scholz gelassen. „Ich habe mit Donald Trump zuletzt zweimal telefoniert, auch unsere Berater standen bereits mehrere Male miteinander im Austausch. Das war ein guter Start für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

Bundeskanzler Scholz spricht mit Brauereimitarbeitern in Seligenstadt über Grundsteuer

Das passte zu dem selbstbewussten Auftreten, das Scholz gegenüber Trump und auf internationaler Bühne fordert, besonders nach den von Trump angedeuteten Gebietsansprüchen der USA in Grönland und Panama. „Wir brauchen in Europa und Deutschland Klarheit in der Kommunikation“, bekräftigte der Bundeskanzler, der in Richtung Washington betont hatte, dass anerkannte Grenzen nicht angetastet werden dürfen.

So endete der Stopp in Seligenstadt auf der Wahlkampftour von Olaf Scholz in einem Gespräch mit den Brauereimitarbeitern. Sie fragten ihn etwa zu den kürzlich zugestellten neuen Grundsteuerbescheiden. Im Anschluss machte sich die Polizeikolonne mit dem Gast aus dem Kanzleramt auf zur Samson-Baustelle nach Offenbach, ehe am Abend ein Townhall-Gespräch im Haus am Dom in Frankfurt auf dem Terminkalender stand.

(David M. Knies)

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