Tiefengeothermie, also die Nutzung der Wärme aus dem Erdinneren, könnte einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Energiekrise beitragen: Weil sie eine zuverlässige, erneuerbare und emissionsarme Energiequelle bereitstellt. Der Uttinger Gemeinderat hat sich jetzt aber dagegen entschieden.
Utting - Der unstrittigen Meinung von Fachleuten, dass Geothermie die Energiekrise mildern könnte, hatten sich im September 2024 acht Gemeinden angeschlossen. Sie beauftragten die „GEF Ingenieur AG“ mit einer wirtschaftlichen Machbarkeitsstudie „zur interkommunalen und netzgebundenen Wärmeversorgung aus einer Tiefengeothermie-Anlage im Bereich des Erlaubnisfeldes Ammersee-West“.
Keine Geothermie für Utting - wirtschaftlicher Betrieb des Wärmenetzes nicht möglich
Das jetzt vorliegende Ergebnis für Dießen, Eresing, Finning, Hofstetten, Schondorf, Utting und Windach sowie Türkenfeld im Landkreis Fürstenfeldbruck ist allerdings ernüchternd: Die Gesamtkosten für das anvisierte Jahr 2030 würden bei 136 Millionen Euro liegen. Das Wärmenetz, noch ohne die Verteilnetze in die einzelnen Gemeinden, hätte dabei eine Länge von circa 105 Kilometern.
Durch die Investitions- und Betriebskosten ergäbe sich somit ein Gestehungspreis für Wärme (also Kosten für die Herstellung) zwischen 245 Euro und 388 Euro pro Megawattstunde. Damit sei ein wirtschaftlicher Betrieb des Wärmenetzes nicht möglich, wie Bürgermeister Florian Hoffmann bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats konstatierte. Selbst die beauftragten Spezialisten von GEF haben den Gemeinden eine Beendigung weiterer Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen nahegelegt. Dem schloss sich einstimmig der Uttinger Gemeinderat an und beendete das Projekt „zum gegenwärtigen Stand aus wirtschaftlichen Gründen“.
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