ADAC will 250 Millionen in den ehemaligen Fliegerhorst bei Penzing investieren

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Seine Test-Aktivitäten auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Penzing will der ADAC möglichst zeitnah deutlich ausbauen. © ADAC/Klein

Der ADAC hat Großes in Penzing vor: Bis zu 250 Millionen Euro sollen in Grunderwerb und Bautätigkeiten im ehemaligen Bundeswehr-Fliegerhorst investiert werden. Das Ziel: ein ,Testzentrum für Mobilität (TZM)‘.

Penzing – Details zu der millionenschweren Investition im Landkreis Landsberg präsentierte der ADAC in der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes ,Innovationscampus Penzing-Landsberg‘. Ziel ist ein ,Testzentrum für Mobilität‘ mit Kreativlabor, Büros und Werkstätten für Start-ups, Entwicklungspartner und Hochschulen (die schon jetzt teilweise in Penzing testen), aber auch Sportanlagen, einem Kindergarten für den Nachwuchs der Beschäftigten, einer Nahversorgung, einem Boarding House, einem Restaurant, einem Forum und einem Museum. Kern des Projekts sei jedoch weiterhin das Testfeld mit „einzigartigen Testmodulen“, so der ADAC, wie etwa die 2,2 Kilometer lange Start- und Landebahn.

250 Millionen für den ehemaligen Fliegerhorst bei Penzing - ADAC will „führende Rolle“ bei der Forschung einnehmen

Das alles könne für Penzing rund 1,5 Millionen Euro Gewerbesteuer pro Jahr abwerfen, so Immobilienökonomin Katharina Will bei ihrem Vortrag zur ,Area 61‘, so der neue Name des Entwicklungsgebietes in Anlehnung an das dort einst stationierte ,Luftransportgeschwader 61‘. Will gehört zum ADAC-Team, das die Entwicklung der Pläne voran treibt. ADAC-Vorstand Dr. Dieter Nirschl sagte bei der Zweckverbandssitzung in Penzing: „Wir wollen eine führende Rolle bei der Forschung, Entwicklung und den Tests von intelligenter sowie nachhaltiger Mobilität einnehmen.“

500 Arbeitsplätze

Der ehemalige Fliegerhorst mit seinen räumlichen Kapazitäten sei dafür bestens geeignet. Nirschl betonte: „Ich bin überzeugt, dass sich das Mobilitätsverhalten deutlich verändern wird. Die Frage ist nur, in welcher Geschwindigkeit.“ Im TZM sollen 500 neue Arbeitsplätze entstehen, davon 50 allein vom ADAC. Zusätzliche 100 könnten von temporären Mietern kommen.

Der Leiter des ADAC Technik Zentrums in Landsberg und Verantwortliche für die Penzing-Pläne, Dr.-Ing. Reinhard Kolke, erläutert weiter: „Zur technischen Ausstattung des Testzentrums soll eine ,nachgebaute‘ Stadt mit Ampeln und Fußgänger-Überwegen gehören. Damit wir alle Arten von Mobilität testen können – von Fahrer-Assistenzsystemen über selbstfahrende Autos bis hin zu autonomen Shuttles, die die ländliche Region erschließen und deren Technologie bereits von der Hochschule Augsburg in Penzing erprobt wird.“

Kauf und Erbpacht

Laut ADAC-Bauherrenvertreter Architekt Josef Riel sei das Konzept anpassbar für neue Anforderungen oder neue Nutzer. Der ADAC will 15 Hektar Campusfläche kaufen und zusätzlich 80 Hektar Testfeldfläche für 99 Jahre in Erbpacht nutzen. Die Planung sehe alle zwei Jahre eine von vier Ausbaustufen vor.

ADAC Gelände Penzing
Die vorhandenen Gebäude auf dem Fliegerhorst sollen um Betriebskindergarten, Restaurant, Nahversorger und eventuell ein Museum erweitert werden. © ADAC/Klein

Der Start kann laut ADAC erfolgen, sobald die Bundesan­stalt für Immobilienaufgaben (BImA) ein Wertgutachten vorlegt und Penzing sowie die Stadt Landsberg (die Area 61 befindet sich auf Fluren beider Kommunen) ihr Vorkaufsrecht wahrgenommen haben. Dazu müssen allerdings die Interessen von Militär und Bundes-Nachrichtendienst geklärt sein. Zuletzt hatte eine mögliche Stationierung eines Arrow-Radargerätes für viel Aufregung gesorgt. Der Fliegerhorst sei dafür grundsätzlich geeignet, urteilte die Luftwaffe. Die Konversion des ehemaligen Bundeswehrareals sei jedoch unter entsprechenden Anpassungen nach wie vor möglich.

Gleichwohl: Aufgrund dieser stets neuen Faktoren hat der ADAC seine Wünsche bereits von ursprünglich 200 auf nunmehr 95 Hektar zurückgeschraubt. Sobald Planungssicherheit bestehe, wolle man loslegen.

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