Fraunberg will dieses Jahr trotz teurer Aufgaben die Schulden senken, muss aber bereits in diesem Jahr eine halbe Million Euro für die Abwasserleitung nach Eitting hinblättern.
Auch wenn Kämmerer Hermann Hofer bei der Vorstellung des Haushalts 2025 im Fraunberger Gemeinderat „eine geordnete Kassenlage“ präsentierte, stehen für die Gemeinde wieder viele teure Aufgaben an.
Diese sollen, nach dem einstimmigen Beschluss, über das insgesamt rund 14,2 Millionen Euro schwere Zahlenwerk beglichen werden, das sich aufteilt in den Verwaltungshaushalt mit rund 8,8 Millionen Euro und den Vermögenshaushalt mit rund 5,4 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr gibt Fraunberg rund 790 000 Euro mehr aus.
„Unsere größten Herausforderungen sind heuer der Aus- und Umbau der Schule Maria Thalheim, die Erweiterung des Kinderhauses, das bald 50 Jahre alt wird, der neue Bauhof in Pillkofen sowie der Baubeginn unserer Verbindung zwischen Kläranlage und dem Abwasserzweckverband AZV in Eitting“, erklärte Bürgermeister Hans Wiesmaier.
Bei den Einnahmen im Verwaltungshaushalt fällt eine Million Euro als Zuweisung zur Betriebskostenförderung nach dem Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz auf, aber auch 1,5 Millionen Euro, die als Gewerbesteuer erwartet werden.
4,5 Millionen Euro an Steuereinnahmen
Dieser Ansatz bleibt gleich wie im Vorjahr, flossen doch bereits 2024 gut 1,7 Millionen Euro aus dieser Steuerform in die Gemeindekasse. An Einkommensteuer geht die Gemeinde von rund 3,1 Millionen Euro aus, dazu rechnet sie mit rund einer Million Euro an Schlüsselzuweisungen.
Doch auch große Ausgaben-Posten warten im Verwaltungshaushalt. Als der dickste Brocken steht wieder die Kreisumlage an, die sich erneut um rund 25 000 Euro auf mittlerweile 2,74 Millionen Euro erhöht, gefolgt von den Personalkosten mit rund 1,59 Millionen Euro, fast 74 000 Euro mehr als im Vorjahr, bedingt auch durch eine Tariferhöhung.
Die beiden Grundschulen schlagen (ohne Personalkosten) mit fast 400 000 Euro zu Buche. Für die Abwasserbeseitigung sind rund 320 000 Euro und für den Unterhalt von rund 100 Kilometern Gemeindestraßen und Wegen gut 220 000 Euro eingeplant.
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Im Vermögenshaushalt kann die Gemeinde mit Einnahmen aus Grundstücksverkäufen und die Ablösung von Erschließungskosten im St.-Michael-Weg in Reichenkirchen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro rechnen, an Fördersummen für Brückensanierung, Kinderhauserweiterung und einige Umbauten am Gemeindezentrum werden rund 490 000 Euro erwartet.
Erster Teilbetrag für Abwasserleitung
Dem gegenüber stehen die Teilsumme für ein neues Feuerwehrfahrzeug in Reichenkirchen (220 000 Euro), für Baumaßnahmen an der Schule Maria Thalheim und am Gemeindezentrum (zusammen 420 000 Euro), für die Brücke Grafing (320 000 Euro) sowie, als erste Teilsumme, 500 000 Euro für die neue AZV-Verbindungsleitung.
Die Schulden in Höhe von derzeit rund 2,87 Millionen Euro will Fraunberg bis Jahresende auf rund 2,59 Millionen Euro senken, was bei 4181 Einwohnern einer Pro-Kopf-Verschuldung von 620 Euro entspräche.
Für das aktuelle Haushaltsjahr rechnet Kämmerer Hofer mit einer Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von rund 300 000 Euro, als Rücklagen hat er zum Jahresende rund 760 000 Euro kalkuliert – dieses Ergebnis soll aber bis zum Jahr 2028, also bereits in der nächsten Amtsperiode, auf dann über eine Million Euro ansteigen.
Als große Posten im Investitionsprogramm der kommenden Jahre fallen weitere 9,5 Millionen Euro für die Verbindungsleitung zum AZV sowie rund 1,9 Millionen Euro für die Grundschule auf. Einige hunderttausend Euro sind für das Jagahaus am Erlenweg vorzuhalten, denn nun steht eine Förderzusage in Höhe von 65 Prozent der geplanten Baukosten – wenn bis 2028 dort saniert wird.