Der Marktgemeinderat Isen beschließt eine drastische Erhöhung der Kindergartengebühren, die Kosten sind damit trotzdem längst nicht abgedeckt.
Isen erhöht die Kindergartengebühren – und zwar drastisch. Ab September steigt die Gebühr für ein Kind mit der Mindest-Betreuungszeit von vier bis fünf Stunden von 148 Euro auf 215 Euro. Bei bis zu sieben Stunden sind es 259 Euro statt 178 Euro. Im darauffolgenden Jahr wird es noch teurer: Für September 2026 bis August 2027 kostet dann ein Kind mindestens 246 Euro, maximal 296 Euro. Im darauffolgenden Jahr werden es mindestens 277 Euro, bei bis zu sieben Stunden 333 Euro.
Zuschuss von 100 Euro pro Kind soll bleiben
Dabei geht die Marktgemeinde davon aus, dass der Zuschuss Bayerns von 100 Euro pro Kind weiterhin bestehen bleibt.
Der Marktgemeinderat beschloss die stufenweise Steigerung mit 14:6 Stimmen. Ab September steigen die Gebühren demnach um 35 Prozent, in den beiden Jahren darauf um jeweils fünf Prozent. Beschlossen wurde auch der Geschwisterrabatt: Besuchen zwei oder mehrere Kinder aus einer Familie (auch Stief- und Halbgeschwister) den Kindergarten Mittbach, wird die Gebühr für das zweite beziehungsweise die weiteren Kinder um je 25 Prozent gesenkt. Diese Änderung der Kindergarten-Gebührensatzung wurde mit drei Gegenstimmen angenommen.
Dass die Gebühren steigen müssen, darüber war man sich einig. Denn um den Haushalt der Kommune steht es schlecht, das war dem Marktgemeinderat auch bewusst. Voriges Jahr hatte man die Gebührensatzung nur für ein Jahr festgelegt, da man die Zahlen nochmals genau unter die Lupe nehmen wollte. Da im März bereits die Einschreibungen für diesen September beginnen, musste noch schnell eine Entscheidung her.
„Schließlich steigen die Personal- und Betriebskosten ebenfalls immer weiter an“, erklärte Kämmerin Sandra Steinkirchner. Und auch Bürgermeisterin Irmgard Hibler stellte klar: „Die Kosten explodieren.“ Die Kalkulation zeigte, dass bei den monatlichen Gesamtkosten beim Kindergarten Mittbach die Betreuung eines Kindes insgesamt 999,70 Euro pro Monat kostet. Im vergangenen Jahr hatten Familien für die kürzeste Buchungszeit von vier bis fünf Stunden 148 Euro, für die maximale Buchungszeit von sechs bis sieben Stunden 178 Euro pro Monat zu zahlen.
Dank der Zuschüsse des Freistaats fallen nochmals 100 Euro weg. Mit diesem Aufwand hatten die Eltern einen Anteil an den umlegbaren Betriebskosten in Höhe von 26 Prozent getragen. Nun stand der Marktgemeinderat vor der Frage, auf wie viel Prozent man hinaufgehen müsse. Kalkulatorisch, dass der Haushalt gedeckt ist, müssten 40 Prozent von den Eltern übernommen werden, laut Vorschlag eines Fachberaters sogar 50 Prozent.
Bei anderen Trägern würden die Gebühren meist an die der Kommune angepasst, gab Hibler zu bedenken. Erhöht die Kommune, erhöht auch der Rest. Erzieherin und Rätin Manuela Maier (Grüne) tat sich damit schwer. „Ich weiß, wir haben kein Geld, aber so wird es auf Familien heruntergebrochen, und die haben auch kein Geld.“ Gerade bei Familien mit mehreren Kindern könne sich das fatal auswirken. Sie brachte den Rabatt für Geschwisterkinder ins Gespräch.
Michael Feuerer (CSU) war eine Verdreifachung von rund 50 auf 150 Euro, die die Eltern letztlich zahlen müssen, ebenfalls zu viel: „Das können wir nicht machen.“
Florian Geiger (Grüne) fand die Erhöhung auf 40 Prozent aufgrund der vorgelegten Zahlen hingegen angemessen. Man müsse auf „großen Plakaten mit fetter, großer, bunter Schrift“ darauf hinweisen, wie hoch die besagten Grundkosten sind und wie viel davon die Kommune leiste, damit die Erhöhung auch für die Familien nachvollziehbarer sei.
Notwendigkeit klar kommunizieren
Geiger: „Die Eltern kriegen momentan eine hoch qualifizierte Betreuung ihrer Kinder für 1,46 Euro pro Stunde.“ Das müsse man klarer kommunizieren.
Die Mehrheit war dafür, die Erhöhung nicht auf einmal, sondern schrittweise umzusetzen. Am Ende standen sechs Beschlüsse im Raum, zwischen 30 und 40 Prozent Erhöhung im ersten Jahr und mit oder ohne Geschwisterrabatt.
Die Eltern kriegen momentan eine hochqualifizierte Betreuung ihrer Kinder für 1,46 Euro pro Stunde.