Das Jahr 2025? Mir persönlich ist da manchmal komisch geworden, bei all den Irrungen und Wirrungen. Das war nicht lustig. In einem sehr speziellen Jahresrückblick versucht die ZDF-„heute-show“ im Komischen das Lustige des Jahres zu finden.
Fabian Köster und Lutz van der Horst machen sich auf die Reise – durch Deutschland und zurück durchs Jahr. „Ich halte es für sehr realistisch, dass ich wiedergewählt werde“, sagt der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz im Interview. Spätestens da kapiere ich: 2025 hätte auch schlimmer werden können. Wobei…
Claudia Roth kuschelt mit dem ZDF
Der Wahlkämpfer Friedrich Merz mag das „heute-show“-Team nicht beim Wahlkampf-Termin empfangen. Das Team bleibt draußen auf dem Parkplatz. „Ist das denn die neue Asylpolitik, dass auch deutsche Staatsbürger nicht reindürfen?“, ruft Fabian Köster dem Kandidaten hinterher.
Und verspricht: „Ich versuch’s immer weiter, bis es klappt, da bin ich wie Sie!“ Erfolgreicher kuschelt das ZDF-Team mit Claudia Roth. Die nimmt die beiden Lustigen von der „heute-show“ mit im Wahlkampf-Mobil zum Plakate-Kleben. „Zuversicht“ steht auf den Papieren zum Foto von Robert Habeck, zu der Zeit noch Bundeswirtschaftsminister. Wie gesagt: 2025 hätte auch schlimmer werden können.
SPD-Frau zeigt, wie man sich durch den Wahlkampf mogelt
„Wahlen, Wahlen – ich kann’s nicht mehr hören“, schimpft Lutz van der Horst. Um dann allerdings selbst Kommunalwahlkampf zu spielen. Motto? „Besser als nichts“, schreibt er auf seine Plakate. Und eine SPD-Kandidatin gibt ihm den Rat, wie sich mit Wählern umgehen lässt.
„Ich nehm‘ das mal mit“, empfiehlt sie als Standardantwort auf Wähleranliegen oder aber „ich kümmere mich. Aber ich kann das nicht versprechen“. Das ist doch schon eine Einstimmung aufs Interview mit SPD-Mann Karl Lauterbach, einst Gesundheitsminister.
„Patient leidet unter Wahnvorstellungen“, notiert die „heute-show“, als Lauterbach von einem zukünftigen SPD-Kanzler spricht. „Unbeliebt gemacht habe ich mich“, gibt der allerdings ziemlich wahrheitsgemäß zu. Wir diagnostizieren zumindest in diesem Punkt einen klaren Realitätsbezug.
„Sie können ja einen Bomben-Soli einführen!“
Treffen in Düsseldorf mit Johannes Winkel, dem Vorsitzenden der Jungen Union. „Wie konnte es passieren, dass im Sondierungspapier nur Wahlversprechen für alte Leute standen?“ fragt Fabian Köster. Der will sich für die jungen Leute einsetzen.
„Sie können ja einen Bomben-Soli einführen“, bekommt Johannes Winkel allerdings zu hören, als er mehr Generationengerechtigkeit einfordert, zum Beispiel bei der Verteidigung.
Und erfährt vor allem, dass die meisten Passanten ihn nicht erkennen. Nicht ganz zu unrecht. Inzwischen wissen die Fernsehzuschauer, dass es mit dem Kampf der Jungen Union für die Generationengerechtigkeit nicht gut gelaufen ist.
Wenigstens Claudia Roth findet sich lustig
So richtig lustig will dieser Rückblick einfach nicht werden. Fabian Köster versucht es noch einmal mit Claudia Roth. Da geht es ums Dauerthema des Jahres, die Verteidigungsfähigkeit „Sie an der Front, da kriegt der Russe doch Angst“, sagt Fabian Köster zu der Grünen. Die lacht herzlich.
Und gibt zu: „Das ist ein Argument.“ Ob mehr als fünf Prozent der Fernsehzuschauer mit Claudia Roth mitlachen? Wahrscheinlich eher nicht. Es gibt wohl doch gute Gründe, warum das ZDF dieses „heute-show spezial“ um Mitternacht versendet. Das Jahr sieht doch ziemlich zappenduster aus.