Malerei zwischen Poesie und Zerfall: Gabriele Middelmann in der Reihe „Kunst und Bank“

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Gabriele Middelmann vor einem ihrer Kunstwerke. Eines, das – wie so viele – an Lost Places erinnern. © Archiv/Nico Bauer

Die international bekannte Künstlerin Gabriele Middelmann stellt unter dem Titel „Wasserwelten 2“ in der Reihe „Kunst und Bank“ in der Volksbank Dachau aus.

Dachau – Gabriele Middelmann beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Oberfläche, ihren Schichtungen und dem daraus sich erschließenden Raum. Jetzt präsentiert sie ihre Werke bei einer Ausstellung vom 12. September bis 11. Oktober in der Filiale der Volksbank Raiffeisenbank Dachau in der Augsburger Straße 33-35.

Materialien von erdgeschichtlichem Ursprung

Die Künstlerin beobachtet sehr genau und wählt zur Ausführung ihrer Bildideen auch Materialien von erdgeschichtlichem Ursprung. Sie arbeitet mit Pigmenten und integriert in die Farbschichten Fundstücke, wie trockenes Geäst und Papier. Sie setzt Gegengewichte von Leichtigkeit und Schwere und spielt mit der Illusion: Ein Stück Karton, in die Malfläche integriert, ist so bearbeitet, dass es wie schweres Eisen wirkt. Weil das haptische Sehen ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeiten ist, bezeichnet sie sich selbst als „Visual Artist“.

2003 begann sie mit dem Zyklus „Wasserwüsten“

2003 begann sie mit dem Zyklus „Wasserwüsten“, den sie seitdem immer wieder aufgreift und weiterentwickelt. 2009 eröffnete sie in der Galerie der KVD die Ausstellung „Wasserwüsten 1“. Die aktuelle Ausstellung in der VR Bank Dachau „Wasserwüsten 2“ beschäftigt sich mit der elementaren Bedeutung von Wasser, das sich in greifbarer Dichte manifestiert – pulsierend und schwer oder leicht dahinfließend. Wasser als lebensnotwendige Grundlage, als ästhetisches Phänomen.

Mit der elementaren Bedeutung von Wasser beschäftigen sich die Werke, die in der Ausstellung „Wasserwüsten 2“ zu sehen sind.
Mit der elementaren Bedeutung von Wasser beschäftigen sich die Werke, die in der Ausstellung „Wasserwüsten 2“ zu sehen sind.  © Middelmann

Die kulturelle und symbolische Bedeutung, unsere Assoziationen und Erinnerungen schwingen immer mit. In ihren Werken stellt die Künstlerin auch die Frage nach der Zeit, die unaufhaltsam dahinströmt und uns mit der irreversiblen Vergangenheit, der flüchtigen Gegenwart und einer unbekannten Zukunft konfrontiert. Gabriele Middelmanns Werke sind also zugleich die Aufforderung, über die eigene Vergänglichkeit nachzudenken.

Inspirationsquelle ist die Fotografie

Eine wichtige Inspirationsquelle ist die Fotografie. Sie ist eine Art Skizzenbuch. Die Fotos sind Grundlage für die Malerei und werden teilweise auch in die Bilder integriert. Die Künstlerin sagt: „Meine Kunst findet ihren Ursprung in meiner erlebten Umgebung und sehr oft auf meinen Reisen. Mit Abstand betrachtet und fotografisch herausgelöst sind das die Impulse zu meinen malerischen Arbeiten und zudem ein Ausdruck meines persönlichen Ist-Zustandes.“

International vertreten

Gabriele Middelmann arbeitet seit 1995 als freischaffende Künstlerin und bildete sich kontinuierlich an freien Kunstakademien fort, unter anderem bei namhaften Dozenten wie Professor Markus Lüpertz und Peter Tomschiczek. Sie veröffentlichte Beiträge in Fachbüchern und Publikationen über Maltechniken. Als Dozentin unterrichtete sie in Seminaren, an renommierten Akademien und Sommerakademien, darunter die Kunstakademie Reichenhall und die Akademie in Kolbermoor. Seit 1998 ist sie auf Ausstellungen in ganz Deutschland, Italien, Österreich, Belgien, in den Niederlanden, der Schweiz und in Luxemburg vertreten.

Zyklus Illusion der Schwere ist der Titel dieses Werks, das in der Volksbank zu sehen sein wird.
Zyklus Illusion der Schwere ist der Titel dieses Werks, das in der Volksbank zu sehen sein wird. © Middelmann

Mitglied der KVD

In Haimhausen, in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden der Hanielschen Brauerei in der Dorfstraße, unterhielt sie jahrelang ein Atelier. Seit 2020 arbeitet sie auf der Spinnereiinsel in Kolbermoor bei Rosenheim. Als Mitglied der Künstlervereinigung Dachau beteiligt sie sich an Gemeinschaftsausstellungen und an den Mitgliederausstellungen im Schloss.

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