Im Sommer herrscht Hochbetrieb auf dem Tegernsee: Zahlreiche Boote und andere Wasserfahrzeuge sind dort unterwegs. Schifffahrt, Polizei und Landratsamt luden kürzlich alle Nutzergruppen zum ersten Seegespräch ein.
Tegernsee - Die Fahrgastschiffe der Tegernsee Schifffahrt sind aus der Winterruhe zurück und verkehren mittlerweile wieder auf dem Tegernsee. Ansonsten geht‘s auf dem Wasser noch recht beschaulich zu. Das dürfte sich spätestens zur Sommersaison ändern: Dann tummeln sich wieder zahlreiche Boote und Gefährte unterschiedlichster Nutzergruppen auf dem See. Um den Austausch zwischen diesen Gruppen und das gegenseitige Kennenlernen zu fördern, gab es nun eine Premiere: Auf Einladung der Schifffahrt, des Landratsamtes Miesbach und der Polizeiinspektion Bad Wiessee fand das erste Seegespräch statt.
Rund 50 Teilnehmer kamen zum ersten Seegespräch
„Wir wollten die Zusammenarbeit forcieren“, macht der Wiesseer Polizeichef Thomas Heinrich deutlich. Einen konkreten Anlass für das Seegespräch gab es laut Heinrich zwar nicht, der zunehmende Freizeitdruck auf dem Tegernsee dürfte die Idee aber zumindest befeuert haben. Das Interesse war groß: Rund 50 Vertreter von Vereinen wie Yachtclub oder Ruderverein, Bootsverleihern, der Fischerei, von Wasserrettungsorganisationen sowie weiterer Nutzergruppen nahmen an der Veranstaltung auf der MS Tegernsee teil. „Eine sehr gute Resonanz“, freut sich Stephan Herbst, Betriebsleiter der Tegernsee Schifffahrt, der die Gäste begrüßte.
Polizeiboot kommt auch bei Seefesten zum Einsatz
Heinrich stellte die Aufgaben seiner Wasserschutzpolizeigruppe vor, die über ein Motorboot auf dem Tegernsee verfügt. Dazu gehört auch die Betreuung großer Veranstaltungen wie beispielsweise den Seefesten. Es gelte, Auflagen und Vorschriften zu überwachen. „Es gibt gewisse Schutzbereiche, in die kein Boot hineinfahren sollte“, macht Heinrich deutlich. Ein Problem waren zuletzt auch mangelhaft beleuchtete Gefährte, die bei Seefesten auf dem stockdunklen See unterwegs waren. „Das ist saugefährlich“, macht der Inspektionsleiter deutlich.
Bootsführer müssen teils strenge Auflagen erfüllen
Verena Scheidacker vom Fachbereich Wasserrecht am Landratsamt schilderte in einem Vortrag die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Befahren des Tegernsees. Motorboote, Mietfahrzeuge, Fahrgastschiffe, schwimmendes Gerät und Segelboote mit bestimmten technischen Ausstattungen würden „strengen Anforderungen“ unterliegen, teilte Scheidacker mit. Für Boote mit Elektromotor beispielsweise gelte eine Genehmigungs- und Kennzeichnungspflicht. Alle Mietfahrzeuge, also auch Surfboards und Kajaks, seien grundsätzlich zulassungspflichtig.
„Wir sind jeden Tag auf dem See unterwegs und fahren an den anderen Seenutzern vorbei“, betont Herbst. Ihm sei es daher ein Anliegen gewesen, die anderen Nutzer kennenzulernen und sich gegenseitig über die jeweiligen Sichtweisen auszutauschen. „Es ging ums Vernetzen“.
gab