Unbekannte griffen in der Nacht ein Rüstungsunternehmen an. Das LKA ermittelt wegen politischer Motive. Fünf Verdächtige wurden festgenommen.
Ulm – Das israelische Rüstungsunternehmen Elbit war in Ulm bereits wiederholt Ziel von Demonstrationen – jetzt sind Unbekannte in den frühen Morgenstunden offenbar einen Schritt weiter gegangen und haben die Firma mit Farbbeuteln und Rauchbomben angegriffen. Die Polizei nahm fünf Tatverdächtige fest. Zunächst hatte die Nachrichtenagentur dpa über den Polizeieinsatz berichtet (8. September).
Nach dem Angriff untersuchen der Staatsschutz und das Anti-Terrorismuszentrum die Motive für den Anschlag. „Der vorläufige Schaden wird auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt, wobei die Farbschmierereien auf ein mögliches politisches Motiv hindeuten“, sagte Lisa Schröder vom Landeskriminalamt (LKA) gegenüber der dpa.
Scheiben eingeschlagen: Unbekannte dringen in israelisches Rüstungsunternehmen ein
Mehrere der Angreifer sollen nach Angaben des LKAs in das Firmengebäude eingedrungen sein und dort Scheiben zerstört haben. Außerdem hätten sie auf den Parkplatz Graffiti mit vermutlich politischen Botschaften gesprüht. Im Gespräch mit dem SWR ergänzte die LKA-Sprecherin: „Es deutet gerade viel auf einen Hintergrund aus dem linksextremistischen Bereich hin. Mit welchem Schwerpunkt kann man aber momentan noch nicht sagen.“
Ein Wachdienst bemerkte die Einbrecher in der Nacht und alarmierte die Polizei, die das Gebäude daraufhin umstellte. Die Tatverdächtigen ließen sich laut offiziellen Angaben ohne Gegenwehr in einem der oberen Geschosse verhaften. Bei der Aktion kam niemand zu Schaden. Wegen des vermuteten politischen Motivs hat das Landeskriminalamt die Untersuchungen übernommen.
Israelisches Rüstungsunternehmen wird nicht zum ersten Mal zur politischen Zielscheibe
Die Fahnder prüfen nach Angaben eines LKA-Sprechers, ob Zusammenhänge zu bisherigen Demonstrationen gegen die Firma bestehen. Tatsächlich gab es schon öfter Protestaktionen gegen das Unternehmen, wie die Südwest Presse berichtete. So sollen Anfang August etwa 30 Demonstranten vor dem Ulmer Standort demonstriert und verlangt haben, dass sämtliche deutschen Filialen des israelischen Waffenproduzenten geschlossen werden.
Auch im Juli hatte es laut SWR eine Aktion gegen das Unternehmen gegeben. Unbekannte hängten demnach am Ulmer Münster je 30 Meter lange Banner mit dem Text „Elbit raus aus Ulm - Stoppt den Völkermord“. Das Unternehmen Elbit war am Montag (8. September) zunächst nicht für eine Stellungnahme zu dem Angriff erreichbar. Erst im Juli wurde ein deutsches Unternehmen Ziel eines Brandanschlags.