Ein Unternehmen mit rund 150 Beschäftigten in NRW ist insolvent. Der Grund dafür ist unglücklich, die Mitarbeiter müssen bangen.
Rheda-Wiedenbrück – Die Metallbranche in NRW und Deutschland insgesamt steckt in der Krise. Nun hat ein Unternehmen aus Ostwestfalen Insolvenz angemeldet, rund 150 Beschäftigte sind betroffen. Doch der Grund ist hierbei gar nicht die allgemein schlechte Lage der Sparte.
Zwar seien die Gründe für Insolvenzen immer vielfältig, wie Insolvenzverwalter Mike Westkamp auf Anfrage von wa.de sagt. Bei der RT-Lasertechnik aber dürfte der Hauptgrund „die Investition in neue Maschinen“ gewesen sein. Ein Flachbrett-Laser, den das Unternehmen neu gekauft hatte, habe erhebliche Probleme bereitet, sagt Westkamp.
Liquiditätsprobleme bei RT-Lasertechnik in Rheda-Wiedenbrück
So konnten „bestehende Aufträge nicht vollumfänglich oder nicht rechtzeitig ausgeführt werden“. Dadurch kam es zu Umsatzeinbußen und in der Folge zu Liquiditätsproblemen. Bestehende Aufträge hätten dadurch nicht mehr ausreichend vorfinanziert werden können.
Am 16. Januar wurde darum das Insolvenzverfahren eingeleitet. Ein Investorenprozess soll nun helfen, das Unternehmen zu sanieren. Die Auftragslage der RT-Lasertechnik sei grundsätzlich gut, sagt Insolvenzverwalter Westkamp, „sodass hier eine solide Basis für den Sanierungsprozess gegeben ist“. Es gebe zudem ausreichend Platz in den „modernen Hallen“ des Unternehmens, um die Produktion möglicherweise auszuweiten. Was das Verfahren also für die rund 150 Mitarbeitenden bedeutet, ist noch unklar.
Metallindustrie in NRW in tiefer Krise: Verlieren „jeden Monat rund 2100 Arbeitsplätze“
Die Stahl- und Metallbranche in NRW und Deutschland insgesamt befindet sich aktuell in einer tiefen Krise. Der Geschäftsführer der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen e.V., Johannes Pöttering, sagte in einem Interview mit der Neuen Westfälischen im November vergangenen Jahres, die Produktion sei im Vergleich zu 2019 um 23 Prozent eingebrochen. „Aktuell gehen allein in der NRW-M+E-Industrie jeden Monat rund 2100 Industriearbeitsplätze verloren“, fügte er an.
Im Dezember zum Beispiel hatte ein weiteres Metall verarbeitendes Unternehmen aus NRW einen Insolvenzantrag gestellt. Die Geschichte des mittelständischen Unternehmens im Industriegebiet in Iserlohn-Sümmern im Märkischen Kreis geht laut eigener Angabe bis in die 1930er Jahre zurück.