Der Leerstand könnte bald ein Ende haben: Das Bräustüberl in Feldkirchen soll einem Hotel weichen. Geplant sind 75 Appartements und eine Gaststätte mit 40 Sitzplätzen.
Seit zwölf Jahren steht das ehemalige „Bräustüberl“ in der Hohenlindner Straße leer, seit vielen Jahren ist das mittlerweile zugewucherte Gebäude als „Schandfleck“ eine immer wiederkehrende Anfrage bei der Feldkirchner Bürgerversammlung. Jetzt hat die Brauerei Aying als Besitzerin des Grundstücks im Gemeinderat eine Anfrage auf Bau eines Hotels mit 75 Appartements gestellt.
Geplant ist ein dreigeschossiges Gebäude mit einer Größe von 18 auf 36 Meter. Die erforderlichen Stellplätze sollen oberirdisch oder in einer Tiefgarage realisiert werden. Allerdings wird beim eingereichten Antrag die Baugrenze nach Norden um 1,5 Meter überschritten, ebenso die zulässige Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,57 auf 0,77. Von den Stellplätzen sollen 33 oberirdisch sein, 14 davon würden in den eigentlich festgesetzten Freischankbereich hineinragen, und man hat nur 75 Parkplätze eingeplant, erforderlich wären 82.
Probleme mit Parkplätzen
Laut Bauamt kann die Überschreitung nach Norden um 1,5 Meter aufgrund der im Bebauungsplan festgesetzten Unterteilung des Bauraums in „bebaubare Fläche“ und „Freischankfläche“ akzeptiert werden. Negative städtebauliche Auswirkungen seien durch das Vorhaben nicht ersichtlich. Hingegen stellt die Überschreitung der festgesetzten Grund- und Geschossfläche einen deutlichen Verstoß gegen die Grundzüge der Planung dar. Dies würde die Änderung des Bebauungsplanes erfordern. Im vorliegenden Fall überschreitet die geplante GFZ mit 0,77 das festgesetzte Maß um mehr als 35 Prozent. Damit sind die Grundzüge der Planung deutlich berührt.
Keine negativen Auswirkungen sieht man in der Planung 14 Stellplätzen im „Bauraum/Freischankfläche“. Problematisch ist hingegen die Anzahl von nur 75 Stellplätzen anstelle der geforderten 82. Eine Befreiung von dieser Satzung oder eine Wechselnutzung etwa mit dem Lebensmittelmarkt lehnt die Verwaltung ab, da sie gemeindeweit Bezugsfälle für ähnliche Fälle eröffnen würden.
Alles ist besser als das, was wir aktuell haben.
Der Gasthof „Bräustüberl“ gehört der Brauerei Aying, zuletzt war es ein griechisches Lokal mit Pension, seit 2012 ist alles geschlossen. Auch der Edeka-Markt gegenüber im Brauereiweg samt Bäckerei und Metzgerei sowie den nach hinten versetzten 121 Wohnungen in großen Blocks, gehörten zum ursprünglichen Brauerei-Gelände. Im Bräustüberl sind die Fenster schon ewig vernagelt, auf dem Parkplatz häuften sich immer mehr Unrat und alte Fahrzeuge an.
Nun hat die Brauerei endlich den Schritt getan, auf den man in der Gemeindeverwaltung schon sehr lange gehofft hat. Wenngleich sich einige Gemeinderäte wieder eine größere Gastronomie mit gemütlichem Biergarten gewünscht hätten. Christian Wilhelm (SPD) hofft, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, „eine Gaststätte im gesamten Erdgeschoss wäre schön“. Brigitte Pfaffinger (SPD) ist ebenfalls enttäuscht, sie sei von einer „Wirtschaft mit Biergarten und Kegelbahn ausgegangen.“ Michael Schön (UWV) befürchtet, dass „nur noch ein Selbstbedienungsbistro übrigbleibt“. Letztlich waren sich aber alle Gemeinderäte mit Bürgermeister Andreas Janson (UWV) einig: „Alles ist besser als das, was wir aktuell haben.“