Die finanziell ins Schlingern geratene Wohn-Genossenschaft Maro ist nach der erfolgreichen Kapitalbeschaffung auf einem guten Weg. Die Gläubigerversammlung muss jetzt dem Insolvenzplan zustimmen. Dann könnte der Betrieb weitergehen. Die Maro hat in der Region zahlreiche Wohnprojekte.
Region - Bei der Maro Genossenschaft für selbst bestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen aus Ohlstadt steht nach der erfolgreichen Kapitalbeschaffung von mehr als 4,45 Millionen Euro und dem positiven Bescheid der Mitgliederversammlung der nächste wichtige Schritt im Insolvenzverfahren an. Der Insolvenzplan für die ins Schlingern geratene Kapitalgesellschaft wird den Gläubigern vorgelegt und anschließend entscheidet die Gläubigerversammlung über die Annahme des Plans. Dies teilt der CSU-Landtagsabgeordnete für den Stimmkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen Thomas Holz aus Kochel mit.
Bei der Wohn-Genossenschaft Maro steht entscheidender Schritt zur Rettung an - Gläubiger müssen Insolvenzplan zustimmen
„Ich gratuliere allen Beteiligten zu dieser hervorragenden Gemeinschaftsleistung“, sagt der Stimmkreisabgeordnete. Ziel aller Bemühungen sei ja gerade die Rettung der eingetragenen Genossenschaft (eG) Maro gewesen - „da deren Idee, als nicht gewinnorientierte Genossenschaft ein selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen für junge und alte Menschen zu ermöglichen, absolut unterstützenswert ist“, so Holz in einer von seinem Abgeordnetenbüro verschickten Pressemitteilung.
Sogar erste Ausschüttung geplant
Sollte die Gläubigerversammlung dem Plan zustimmen, ist die Maro laut Holz saniert und könne aus eigener Kraft weitergeführt werden. Dann sei sogar kurzfristig eine erste Ausschüttung an die Gläubiger vorgesehen, bei der die Insolvenzquote voraus-sichtlich etwa 50 Prozent betragen wird. „Da die Gläubiger damit eine überdurchschnittliche Quote erhalten, besteht die große Hoffnung, dass dem Insolvenzplan zugestimmt wird“, sagt der Abgeordnete. Denn durchschnittlich würden die Insolvenzquoten nur im einstelligen Bereich liegen.
Wohnprojekte fertigstellen
Dies wäre der nächste große Schritt, ist von Holz zu hören. Denn nach der Rechtskraft des Insolvenzplans, der ersten Ausschüttung an die Gläubiger und der Aufhebung des Verfahrens könne die Maro wieder „eigenverantwortlich agieren“. Das Insolvenzverfahren könnte voraussichtlich schon im Frühsommer 2025 abgeschlossen werden. Die Genossenschaft werde durch die gesicherte Finanzierung stabil aufgestellt sein, ist der CSU-Abgeordnete sicher - sodass die Fertigstellung der Wohnprojekte in Andechs, Wielenbach, Wolfratshausen und Landsham wie geplant umgesetzt werden könne.
Überraschende Finanzierungslücke
Die Maro - die in der Region bereits zahlreiche Mehrgenerationen-Wohnprojekte und Demenz-Wohngemeinschaften unter anderem in Penzberg, Dietramszell, Wolfratshausen, Weilheim und Peiting realisiert hat - war im Rahmen eines Bauprojekts überraschend im März 2024 in eine Finanzierungslücke geraten. Die Genossenschaft musste daraufhin Insolvenz anmelden. Zwei Wohnprojekte mit etwa 300 Mietparteien, sechs Demenz-Wohngemeinschaften und neun ähnlich gelagerte in Bau oder Planung befindliche Projekte waren „existenziell bedroht“, erinnert der Kochler CSU-Abgeordnete.. Holz hatte sich mit zwei CSU-Kollegen im Landtag, Josef Zellmeier (haushaltspolitischer Sprecher) und Kerstin Schreyer (wirtschaftspolitische Sprecherin), für die Rettung der angeschlagenen Wohn-Genossenschaft eingesetzt.