Die CSU Waakirchen unterstützt Amtsinhaber Norbert Kerkel und stellt keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten auf. Doch Gemeinderat Alexander Mayr ist eine Erklärung wichtig: Er sei neutral.
Waakirchen - Vor sechs Jahren liebäugelte der Waakirchner CSU-Ortsvorsitzende und Gemeinderat Alfred Finger selbst mit dem Amt des Bürgermeisters. Doch bei der Kandidatenkür Ende 2019 unterlag er Gemeinde-Geschäftsführer Markus Liebl, der als CSU-Bewerber gegen den FWG-Bewerber Norbert Kerkel verlor. Finger ist seit Mai 2020 Kerkels Stellvertreter und mit dem Rathauschef so zufrieden, dass er ihm bei der Kommunalwahl 2026 Rückendeckung gibt.
Dass die CSU keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen und Kerkel unterstützen wird, hatte Finger schon im Frühjahr nach einer Fraktionssitzung erklärt (wir berichteten). Bei der Besprechung nicht dabei war allerdings Gemeinderat Alexander Mayr, dem jetzt an einer Richtigstellung gelegen ist. „Ich lege Wert darauf, meine Haltung im Hinblick auf die derzeit bekannten Bürgermeisterkandidaten und Kandidatinnen als neutral zu bezeichnen“, heißt es in einem Schreiben an die Redaktion. Die Aussage, die CSU unterstütze den amtierenden Bürgermeister, sei mit ihm nicht abgesprochen.
Gegen Kerkel treten nach derzeitigem Stand Cornelia Riepe (Grüne) und Rudi Reber (ABV) an. Wem er den Vorzug gibt, behält Mayr für sich. „Der Wähler ist mündig genug, zu entscheiden, wen er als politisches Gemeindeoberhaupt präferiert“, teilt er mit. Dass seine Haltung neutral ist, habe er auch allen dreien persönlich mitgeteilt, berichtet der Piesenkamer. Anders sähe es nur aus, wenn Kandidaten aus extremen Lagern nach dem Amt strebten.
„Die CSU ist doch kein Bürgermeisterwahlverein“, meint Mayr. Unterdessen ist der Ortsvorsitzende Finger bestrebt, die Diskussion um die CSU-Unterstützung des Amtsinhabers wieder einzufangen. Er erklärt eine Kommunikationspanne: Bei jener Sitzung sei Mayr nicht zugegen gewesen und leider auch danach nicht informiert worden, räumt Finger ein. Er respektiere die Einzelmeinung Mayrs, die Mehrheit der CSU aber stehe hinter Kerkel. Wie sehr er dessen Amtsführung schätzt, machte der Vize-Bürgermeister auch bei der letzten Gemeinderatssitzung in diesem Jahr deutlich.
Dort hatte Kerkel den Gemeinderäten gedankt, woraufhin Finger als Stellvertreter und Gemeinderat den Dank zurückgab, mit vielen lobenden Worten für den Rathauschef. Kritik will auch Mayr nicht üben. Er schätze die konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat, die er sich aber mit allen bisherigen Kandidaten vorstellen könne.