Das Kreuzfahrtschiff mit tausenden Passagieren muss wenden und kehrt wegen schwerer Erkrankungen zum dritten Mal nach Hawaii zurück.
Honolulu – Ein Kreuzfahrtschiff kehrt mitten auf dem Pazifik um: Die Weltreise der Aida Diva hat wegen eines Norovirus-Ausbruchs eine unerwartete Wendung genommen. Am Neujahrstag musste Kapitän Michael Schmid eine folgenschwere Entscheidung treffen: Zwei schwere medizinische Notfälle zwangen das Kreuzfahrtschiff mit 2.000 Passagieren und 650 Besatzungsmitgliedern zur Umkehr mitten im Pazifik. Das Schiff steuerte zurück nach Honolulu, um die Erkrankten medizinisch versorgen zu lassen.
Die 133-tägige Weltreise war bereits früh von gesundheitlichen Problemen geprägt. Zehn Tage nach dem Start in Hamburg am 10. November brach an Bord das Virus aus. „Ein Norovirus-Ausbruch wurde auf der AIDAdiva während der 133-Nächte-Weltreise bestätigt. Bislang wurden 101 Fälle unter den 2.647 Gästen und Besatzungsmitgliedern an Bord gemeldet“, dokumentierte das Fachportal CruiseHive den Ausbruch Ende November. Insgesamt erkrankten 95 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder an den charakteristischen Symptomen: schwerem Erbrechen, Durchfall und allgemeiner Schwäche. Die US-Gesundheitsbehörde CDC registrierte den Vorfall als 16. Norovirus-Ausbruch des Jahres 2025 auf Kreuzfahrtschiffen.
Reederei erklärt Novovirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff Aida Diva zunächst als saisonal bedingt
Aida Cruises stufte den Norovirus-Ausbruch als normales Winterphänomen ein: „Es handelt sich um ein saisonal typisches Infektionsgeschehen, bedingt durch die Wintersaison“, erklärte die Reederei. An Land gebe es vergleichbare Infektionswellen. Das Schiff implementierte verstärkte Hygienemaßnahmen, wodurch die Fallzahlen zurückgingen. Bereits am 14. November war an Bord ein Notfall gemeldet worden, wonach ein Hubschrauber dort landete.
Nach dem Jahreswechsel in Hawaii sollte die Aida Diva die zehn Tage dauernde Pazifiküberquerung nach Südkorea antreten. Doch bereits am ersten Seetag erkrankten zwei Passagiere so schwer, dass eine sofortige medizinische Versorgung an Land erforderlich wurde. Das Schiff wendete mitten im Pazifik und erreichte Honolulu am 2. Januar um 3:00 Uhr Ortszeit. Die Besatzung übergab die Erkrankten binnen einer Stunde an das medizinische Personal vor Ort, bestätigte Aida Cruises auf Anfrage dem Hamburger Abendblatt.
Fahrplan des Kreuzfahrtschiffs Aida Diva durch Notfall-Rückkehr beeinträchtigt
Die ungeplante Rückkehr nach Hawaii hat Auswirkungen auf den weiteren Reiseverlauf des Kreuzfahrtschiffs. Die Aida Diva, die jüngst auch in einen heftigen Sturm geriet, wird den südkoreanischen Hafen Busan einen halben Tag später als geplant erreichen. Der ursprünglich vorgesehene längere Aufenthalt in Südkorea verkürzt sich dadurch um einen Tag.
Der Vorfall ist kein Einzelfall in der Kreuzfahrtbranche. Bereits Anfang Dezember musste die Aida Mar auf der Rückreise aus der Karibik umkehren, als ein Passagier schwer erkrankte. Ein Rettungshubschrauber holte den Mann per Seilwinde von Bord.
Medizinische Notfälle auf Kreuzfahrtschiffen stellen eine besondere Herausforderung dar. Die schwimmenden Städte mit mehreren Tausend Menschen sind anfällig für Krankheitsausbrüche, insbesondere bei langen Seepassagen ohne Möglichkeit der schnellen Landverbindung. Trotz der Zwischenfälle hält Aida Cruises mit Ausnahme des Südkorea-Aufenthalts am ursprünglichen Zeitplan fest. Die Aida Diva soll am 23. März planmäßig am Kreuzfahrtterminal Steinwerder in Hamburg ankommen. Die Route führt weiter über Japan, verschiedene asiatische Destinationen, den Indischen Ozean und das südliche Afrika.
Kuriosität auf der Aida Diva: Ein Tag verschwindet einfach
Inmitten der medizinischen Probleme erlebten die Passagiere eine seltene Kuriosität: Der 4. Januar 2026 existierte auf der Aida Diva nicht. Das Schiff passierte die internationale Datumsgrenze im Pazifik, wodurch auf 23:59:59 Uhr am 3. Januar direkt 00:00:00 Uhr am 5. Januar folgte. Darüber berichtet Schiffe und Kreuzfahrten.
Die Datumsgrenze verläuft nahe dem 180. Längengrad von Pol zu Pol und ist an verschiedene Inselgruppen angepasst. Für die Weltreisenden bedeutete dies: Sie befinden sich nun zeitlich gesehen nicht mehr hinter der deutschen Zeit, sondern voraus. (Quellen: DPA, Cruise Hive, CDC, Hamburger Abendblatt, Schiffe und Kreuzfahrten) (cgsc)