Karl Ecker, der ehemalige Bürgermeister von Au, ist gestorben. Weggefährten erinnern sich an einen „Macher“ und „Wadlbeißer“.
Au/Hallertau – Er hat den Markt Au über Jahrzehnte geprägt, nun ist der ehemalige Bürgermeister Karl Ecker im Alter von 61 Jahren gestorben. Sein Tod macht nicht nur Fraktionsfreunde, sondern auch politische Konkurrenten betroffen.
Der amtierende Rathauschef Hans Sailer hat Karl Ecker viel zu verdanken. „Durch ihn bin ich überhaupt in die Kommunalpolitik gekommen. Er hat mich 2002 als relativ Spätberufenen angesprochen, wodurch ich im Gemeinde- und Kreisrat gelandet bin.“ In Eckers letzter Legislaturperiode begleitete Sailer ihn als zweiter Bürgermeister und folgte ihm dann schließlich auf dem Chefsessel im Rathaus nach. „Ich trat in seine Fußstapfen – und die waren groß“, betont Sailer.
Im Glauben Kraft geschöpft
Seinen Vorgänger habe er immer als „sehr beharrlich“ und „großen Kämpfer“ erlebt. „Ohne ihn wäre der Markt sicher nicht so aufgestellt, wie er es jetzt ist“, sagt Sailer mit Blick auf die Umgehungsstraße, die in Eckers Amtszeit gebaut worden ist, und die Realschule, die auf Eckers unermüdliche Initiative schließlich in Au realisiert worden ist. „Auch die Sanierung unserer Ortsmitte, die wir jetzt umsetzen, hat er schon initiiert“, sagt Sailer. Sein Vorgänger habe für den Markt gelebt – und dafür auch seine privaten Interessen hintangestellt.
Das unterstreicht auch Erika Wittstock-Spona, die mit Ecker 18 Jahre in der FWG Au zusammengearbeitet hat. „Er hat 24/7 Bürgermeister gelebt, und der private Karl war in dieser Zeit sehr klein.“ Kraft geschöpft habe Karl Ecker aus seinem Glauben. „Auf dem Jakobsweg etwa hat er aufgetankt, um sich dann wieder voll ins Geschehen zu stürzen.“
Seine Heimatgemeinde Au sei sein Leben gewesen, die tiefe Verwurzelung und starke Identifikation damit der Antrieb für sein Tun. „Ich behalte Karl als Macher in Erinnerung“, sagt Wittstock-Spona, gibt aber auch zu: „Natürlich war es auch nicht immer ganz einfach. Er war durchsetzungsstark oder auch mal stur, aber das muss auch mal sein, sonst kann man bestimmte Dinge nicht erreichen.“
„Persönlich einen echten Freund gewonnen“
Für FW-Landrat Helmut Petz ist Karl Ecker „eine der ganz großen Persönlichkeiten der Kreispolitik des Landkreises Freising: hochkompetent, immer sach- und zielorientiert, argumentationsstark und überzeugend, in der Ausdrucksweise respektvoll, geistreich und kultiviert“. Entsprechend seiner tiefchristlichen Grundhaltung habe er den Blick immer aufs Ganze gerichtet, auf das Wohl der Allgemeinheit, auf die Schöpfung. „Persönlich haben meine Frau und ich in ihm über die gemeinsamen politischen Jahre einen echten Freund gewonnen“, so Petz.
Martin Hellerbrand, jahrelang CSU/PFW-Fraktionssprecher unter Karl Ecker, kannte diesen schon aus JU-Zeiten. Obwohl Ecker dann zur FWG wechselte und die beiden unterschiedlichen Fraktionen im Marktgemeinderat beziehungsweise Kreisrat angehörten, seien sie nicht nur politisch, aber vor allem menschlich meistens auf einer Linie gewesen. „Dieser Verlust schmerzt sehr. Ich verliere mit ihm nicht nur einen langjährigen politischen Wegbegleiter, sondern auch einen engen Freund und Kämpfer für gemeinsame Ziele.“ Großprojekte wie Ortsumgehung, Marktplatz oder Realschule seien wesentlich mit Eckers Engagement verbunden.
Frotzeln über Differenzen
Eine, die mit Karl Ecker oft unterschiedlicher Meinung war, ist GOL-Fraktionsvorsitzende Barbara Prügl. Bei der Kommunalwahl 2014 hatte sie Amtsinhaber Ecker als Bürgermeisterkandidatin herausgefordert, unterlag ihm jedoch deutlich. „Er mochte kein Nein, und seine Sparsamkeit war schon ein Bonmot in der Gemeinde.“ Jedoch hätten sie über ihre unterschiedlichen Ansichten mit etwas Abstand gemeinsam frotzeln können. Und trotz politischer Differenzen sei Ecker hoch anzurechnen, wie engagiert er für die Themen, die ihm wichtig waren, gekämpft habe. „Er hat sich richtig reingebissen. Gerade für die Realschule war er ein wahrer Wadlbeißer“, erinnert sich Prügl. „Auf persönlicher Ebene hätte ich ihm gewünscht, dass er nach den langen Jahren, die er sich für den Markt eingesetzt hat, seinen Ruhestand genießen kann.“