Überflutete Gleise, Straßen, Keller und ein Pferdegestüt, das evakuiert werden musste: Das alles waren Auswirkungen des Augusthochwassers von 2005 im Landkreis. Ein Rückblick.
Das Augusthochwasser von 2005 traf nicht nur Weilheim, Peißenberg und Penzberg, sondern auch viele der kleineren Gemeinden im Landkreis. Überschwemmte Flächen prägten damals das Landschaftsbild in der Region, etwa bei Wielenbach und bei Polling, wo die Bahnlinie München–Garmisch-Partenkirchen überflutet wurde.
Nicht nur auf dieser Strecke musste damals der Zugverkehr eingestellt werden: Zwischen Weilheim und Dießen gab es wegen überschwemmter Gleise einen Busnotverkehr. Doch auch dieser fiel bald Überflutungen zum Opfer. Die Straße bei Pähl, auf der der Bus fuhr, war nämlich nicht mehr passierbar.
Der Stromversorger E.ON zollte den Wassermassen infolge starken Regens Respekt. Aus Sicherheitsgründen schaltete er Trafostationen aus. Das hatte mehrstündige Stromausfälle zur Folge – in Untereglfing genauso wie in Oberhausen-Maxlried und Randbereichen von Peißenberg.
Das Wasser lief die Hänge hinunter und geradewegs in die Häuser
Trotzdem waren die Auswirkungen des Hochwassers in den Landkreisdörfern weniger gravierend als befürchtet, wie aus einem Artikel im „Weilheimer Tagblatt“ hervorgeht, der den Stand vom Nachmittag des 23. August 2005 dokumentiert. In Bernried, Eberfing und Obersöchering waren damals noch keine Hochwasser-Einsätze der Feuerwehren nötig geworden. In anderen Orten mussten die Wehren dagegen wegen vollgelaufener Keller ausrücken.
Über Huglfing heißt es im Zeitungsbeitrag: „Probleme mit vollgelaufenen Kellern hatten Besitzer von Häusern in Hanglage. Weil Regen nicht mehr versickerte, lief das Wasser die Hänge hinunter geradewegs in die Keller der Häuser hinein.“ In Seeshaupt und an der Ach in Oberhausen sorgten erhöhte Grundwasserspiegel für Probleme; auch dort stand in Kellern das Wasser.
Evakuiert werden musste das Pferdegestüt „Allegra“ (Gemeindebereich Oberhausen). Dort hatte die großflächig über die Ufer getretene Ammer das Gelände überflutet. In Eglfing wurde die Produktionshalle der Firma „Convotherm“ vorsorglich mit Sandsäcken gesichert. In der Senke zwischen Ober- und Untereglfing bildeten die Wassermassen Seen.
Seit 2005 ist in Sachen „Hochwasserschutz“ einiges geschehen
In Wielenbach war die Hardtsiedlung gefährdet, weil der Hardtbach über die Ufer zu treten drohte. Die Feuerwehr hatte für den Ernstfall Sandsäcke vorbereitet. Der Grünbach machte dagegen wegen des neuen – damals noch im Bau befindlichen – Regenrückhaltebeckens bei Wilzhofen keine Probleme, wie die Zeitung meldete. Vereinzelt musste aber in Wielenbach Wasser aus Kellern gepumpt werden.
In der Ausgabe vom 25. August hieß es dann, dass sich auch das neue Regenrückhaltebecken am Ende der Pähler Schlucht bewährt habe. In Pähl waren jedoch Flurschäden und Schäden an Wegen zu beklagen. Auch von einer Straßensperrung zwischen Dießen und Fischen (wegen Überflutung) und einer halbseitigen Straßensperrung zwischen Böbing und Peißenberg (wegen eines Hangrutsches) war die Rede.
Seit den Überschwemmungen von 2005 wurden im Landkreis diverse Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser ergriffen. Dazu gehört laut Wasserwirtschaftsamt Weilheim der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens in Bernried (Oberer Valentinweiher), aber auch etwa die Einrichtung einer Geschiebesperre mit Wildholznetz in Pähl und eine Deichertüchtigung in Raisting. Im gesamten Landkreis wurden seit dem Pfingsthochwasser von 1999 elf Hochwasserrückhaltebecken errichtet und 22 weitere Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf rund 23,6 Millionen Euro.