Der eine bedankt sich bei der Moderatorin, der andere stellt seine Ablehnung offen zur Schau. CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen und Markus Frohnmaier von der AfD gaben sich gegenseitig keinen Zentimeter bei "maischberger" am Montagabend in der ARD. Beide gehören dem Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages an. Aber: Eine direkte Zusammenarbeit gibt es nicht, stellt Röttgen gleich zu Beginn klar.
AfD-Mann: Russland unter Putin "keine Gefahr für Deutschland"
Frohnmaier übergeht den Kommentar, bedankt sich stattdessen für die Einladung. Und legt dann auch gleich los: „Von Russland geht eine Gefahr für Deutschland aus, ja oder nein?“ will Moderatorin Sandra Maischberger wissen. „Nein“, antwortet der AfD-Mann. Und hält einen kurzen Monolog darüber, dass Russland eben andere Interessen als Deutschland habe. Röttgen stellt daraufhin klar, Putin führe einen aggressiven Krieg „im Wesentlichen gegen die Zivilbevölkerung in der Ukraine“ und einen hybriden Krieg gegen Europa.
„Kritische Infrastruktur wird angegriffen, Datenkabel werden zerstört, Morde werden in Auftrag gegeben. Das ist die Realität. Und das ist auch offensichtlich“, so Röttgen. Wer angesichts dieser „offensichtlichen Realität“ davon spreche, Russland unter Putin sei keine Gefahr für Deutschland, der betreibe die „beste Propaganda, die Putin sich wünschen kann.“
Röttgen sieht in Interessenvertretung Putins "Kern" der AfD
Frohnmaier entgegnet lediglich, Röttgen habe ihm nicht richtig zugehört. Der AfD-Politiker bleibt bei seinem Narrativ, es gebe in der Außenpolitik keine Freunde, sondern nur unterschiedliche Interessen. Röttgen und der CDU wirft er vor, eine Außenpolitik a lá Baerbock zu betreiben, bei der in Freund und Feind unterschieden wird.
Röttgen hält entgegen, es sei der der „Kern“ der Außenpolitik der AfD, die Interessen Putins in Deutschland zu vertreten. Dafür gibt es dann auch im TV-Studio einen kurzen Applaus.