Sanierter Bahnhof: Ein Schmuckstück der Gemeinde

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Wurde aufwändig saniert: Der Kochler Bahnhof. © Gemeinde Kochel

Der 2023 entstandene Hagelschaden am Kochler Bahnhof war der Auslöser für eine umfassende Sanierung. Dazu zählte die vollständige Dacherneuerung. Inzwischen sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen – und das ortsbildprägende Gebäude erstrahlt wieder in neuem Glanz.

Kochel am See – Der Kochler Bahnhof, Endpunkt der Kochelseebahn, gilt als Aushängeschild der Tourismusgemeinde. Die Strecke wurde 1898 eröffnet. Seit über 125 Jahren dient somit die Station als Tor zu einer beliebten Freizeitregion. Vor rund 15 Jahren brachte die Kommune das markante Gebäude nach dem Erwerb auf Vordermann: Es entstanden moderne Räume für die Tourist-Information sowie ein Leseraum – ein Ort, der seither Gäste wie Einheimische willkommen heißt. Auch die Deutsche Bahn investierte kräftig: So wurde unter anderem ein barrierefreier Bahnsteig geschaffen. Das Unternehmen modernisierte außerdem die Oberleitungen, Masten und Stellwerkstechnik.

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Kupfer- und Holzelemente erneuert

Dann kam 2023 das Hagelunwetter – und die dabei entstandenen Schäden machten weitergehende Arbeiten erforderlich. Laut Gemeindeangaben wurden das Dach sowie sämtliche Kupfer- und Holzelemente erneuert und die Unterkonstruktion stabilisiert. Liebevolle Details – vom geschliffenen Fensterrahmen über die kunstvollen Schnitzereien an den sogenannten Ortgangbrettern am Giebelabschluss bis hin zur historischen Farbgebung – zeugen von großer Sorgfalt. Malerarbeiten, Fassadenreparaturen und eine neue Bodenbeschichtung im Warteraum runden das Erscheinungsbild ab. Auch das Waschhaus und die Güterhalle wurden aufgewertet – mit neuen Dächern und Holzteilen sowie einer harmonischen Farbgestaltung.

Das aktuelle Projekt ist jetzt fast abgeschlossen. Die Kosten belaufen sich auf rund 232 000 Euro. Der Anteil der Versicherung macht circa 140 000 Euro aus. Bürgermeister Jens Müller (UWK) ist zufrieden: „Das ist ein Ergebnis, auf das wir gemeinsam stolz sein dürfen. Die Handwerker haben großartige Arbeit geleistet, und die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten war vorbildlich.“ Sein Fazit: „Der Bahnhof ist wieder ein Schmuckstück, das den ganzen Ort aufwertet.“ Bei Bauamtsleiter Matthias Heufelder ist die Freude ebenfalls groß: „Wir bekommen viel positives Feedback – ein Ur-Kochler hat mir sogar mit einem Augenzwinkern gesagt, es sei vermutlich der schönste Bahnhof an der ganzen Strecke.“

Turbinenrad als Blickfang

Das Areal wirkt einladend. Ein Blickfang ist das von dem Energieversorger Uniper aufgestellte Pelton-Turbinenrad. Es erinnert – wie der Bahnhof – an die Technikgeschichte der Region und hat sich zum beliebten Fotomotiv gemausert. Großen Wert legt die Gemeinde auf ein sauberes Umfeld – und stockte dazu den Hausmeisterdienst auf. Rasen und Beete werden regelmäßig gepflegt, Laub und Abfall beseitigt.

Die nächsten Arbeiten: Die Fassade der Güterhalle und der Warteraum sollen laut Gemeinde gestrichen werden – diesmal mit einer abwaschbaren Farbe, um Verschmutzungen leichter beseitigen zu können. Der Bereich rund um die Turbine erhält ein Beet und eine Beleuchtung. In den nächsten Jahren ist geplant, die Fahrradständer zu modernisieren und teilweise zu überdachen. Und es muss eine Nutzung für die ehemaligen Räume der Stellwerkstechnik gefunden werden.