Der Naturwandel im Dachauer Land

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Projektleiterin der neuen Ausstellung: Dr. Annegret Braun. © DN

Zwei Jahre lang untersuchten Mitarbeiter der Dachauer Geschichtswerkstatt die Veränderungen der Landschaft im Dachauer Land. Dr. Annegret Braun gibt einen Einblick in die bevorstehende Ausstellung.

Wie hat sich die Landschaft im Dachauer Land über Jahrzehnte verändert? Welche Rolle haben dabei der Klimawandel und das Artensterben gespielt? Warum wurden auch bei uns Flüsse begradigt? Wie hat sich die Landwirtschaft in der Region verändert? Wie kam es vom heimischen Nutzgarten zum Erholungsgarten?

Diesen und vielen weiteren Fragen gingen über den Zeitraum von zwei Jahren insgesamt 14 Mitarbeiter der Dachauer Geschichtswerkstatt in einem Forschungsprojekt nach. So recherchierten sie etwa in Archiven und befragten Zeitzeugen.

Nun werden in einer Ausstellung die Ergebnisse der Studie präsentiert. Unter dem Titel „NaturWandel – eine Geschichte des Dachauer Landes“ wird die Schau in den Räumen der Dachauer Sparkasse am kommenden Mittwoch, 19. März, eröffnet. Im Vorfeld dazu haben die Dachauer Nachrichten mit Projektleiterin Dr. Annegret Braun über die Ausstellung gesprochen. 

Frau Braun, was gab den Anstoß zu diesem Forschungsprojekt?

Dr. ANNEGRET BRAUN: Der Bund Naturschutz in Dachau feiert ja in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Da dachten wir uns, dass der Naturwandel ein gutes Thema für eine weitere Projektarbeit ist. Zudem hofften wir dabei auch, jüngere Menschen für eine Beteiligung bei der Geschichtswerkstatt zu gewinnen.

Ist Ihnen das tatsächlich gelungen?

Bei der Auftaktveranstaltung waren tatsächlich auch viele Jüngere da. Aber leider sind die meisten wieder abgesprungen. Eine Abiturientin hat dann aber tatsächlich bis zum Schluss mitgemacht. Sie hat auch einen Beitrag für den Begleitband der Ausstellung geschrieben.

Torfstich bei Dachau im Jahr 1916. Der Abbau hatte Auswirkungen auf das Klima.
Torfstich bei Dachau im Jahr 1916. Der Abbau hatte Auswirkungen auf das Klima. © Archiv Verein Dachauer Moos e.V.

Die Projektteilnehmer sind ja nun keine ausgebildeten Historiker, sondern ehrenamtliche Forscherinnen und Forscher. Wie haben Sie die Laien wissenschaftlich begleitet?

Wir hatten erst einmal einen Einführungskurs organisiert. Dabei hatten wir Referenten, die sich mit dem Klima beschäftigt haben. Etwa Jäger, Biobauern oder auch einen Vertreter des Vereins Dachauer Moos. Dazu kamen Exkursionen, wie etwa eine Waldführung. Zudem gab es Arbeitstreffen. Hierbei wurden Themen entwickelt, Fragen geklärt und über wissenschaftliche Arbeiten, wie etwa die richtige Zitierweise, informiert.

Gibt es weitere positive Änderungen, welche die Natur betreffen?

Ja, das Umweltbewusstsein ist sicher stark gewachsen. Zum Beispiel beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Früher wurden Pestizide in der Landwirtschaft als Segen betrachtet. Sie haben ja auch erst mal eine Menge Arbeit erspart und den Ertrag deutlich gesteigert. Die Erkenntnis, wie schädlich so ein Einsatz ist, kam ja leider erst später. Aber heute ist man da viel vorsichtiger. Auch beim Wald zeigt sich ein positiver Wandel. Setzte man früher vorrangig auf Monokulturen, so gibt es jetzt einen Trend zum Mischwald. Dieser ist auch ökologisch deutlich vorteilhafter. Die Ausstellung informiert zudem über die bedeutenden Leistungen des Vogel- und Naturschutzes.

Wie werden nun die Ergebnisse der Forschungsarbeit in der Ausstellung präsentiert?

Sie erscheinen auf insgesamt zehn Ausstellungsbannern. Dort werden verschiedene Themenkreise beleuchtet. Etwa der Wandel der Landwirtschaft oder der Gewässer. Auch zum Thema „Natur und Kunst“ gibt es eine eigene Station. Hier kann man sich über die Dachauer Künstlerkolonie und die Landschaftsdarstellung heutzutage informieren. Neben den Infotexten gibt es historische Bilder, Fotos und Landkarten. Zudem haben wir eine Vitrine mit Objekten aus dem „Kräutergarten“ des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau. Auch zum Themenkreis „Moos“ gibt es Exponate wie ein etwa 6000 Jahre alter Wurzelstock oder auch einzelne Torfstücke. Zudem haben wir einen etwa 90 Seiten starken Begleitband zur Ausstellung verfasst. Hierin finden sich die schriftlichen Beiträge der Projektteilnehmer zu ihren jeweiligen Forschungsthemen. Auf den Bannern sind die Inhalte dieser Aufsätze verkürzt und zusammengefasst dargestellt.

Gab es früher wirklich bei uns mehr Schnee? Auch dieser Frage wurde ja im Rahmen der Projektarbeit nachgegangen.

Ja, es gab wohl häufigere Schneefälle als heute und damit auch mehr Massen in den Wintern.

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