Bar- und Eventlocation soll Metzgerei ersetzen: „Wollen ein interessantes Angebot schaffen“

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So soll die Eventlocation samt Tonstudio in der Westfront aussehen. Links das Bestandsgebäude samt künftiger Akustikschleuse. © Repro: Jepsen

Das Musik-Label „Fade It Records" plant eine neue Eventlocation. Die Umbauarbeiten beginnen im Februar 2026 an der Otto-Hahn-Straße.

Die etwas reifere Generation wird sich noch an das „Luggi“ oder „Metropolis“ in Peißenberg erinnern. Die beiden im Untergeschoss eines Autohauses an der Ecke Schongauer Straße/Otto-Hahn-Straße untergebrachten Tanzpaläste waren Ende der 1980er und in den 1990er Jahren Anziehungspunkt für Disco-Fans im Landkreis. Doch nach mehreren Pächterwechseln war irgendwann einmal Schluss. Nun aber schicken sich die Macher des Peißenberger Musik-Labels „Fade It Records“ an, das Nachtleben wieder zu aktivieren – und zwar nicht weit weg vom ehemaligen „Luggi“-Standort. Simon Hett und sein Label-Partner Daniel Janda haben die Immobilie an der Otto-Hahn-Straße 20 gekauft. Das Gebäude, in dem noch die Metzgerei Gretschmann eine Filiale betreibt, soll in eine Bar- und Eventlocation umgebaut sowie um ein Tonstudio und eine Betriebsleiterwohnung erweitert werden.

„Wir wollen Kunst und Kultur nach Peißenberg bringen“, erklärte Simon Hett bei der Projektvorstellung im Marktrat. Das Gremium segnete den Genehmigungsantrag zur Umnutzung und Erweiterung des Bestandsgebäudes einhellig ab. „Wir freuen uns darüber“, lobte Bürgermeister Frank Zellner das Engagement der Investoren: „Es ist ein Mehrwert, den sie uns damit nach Peißenberg bringen.“ Wie Hett im Gespräch mit der Heimatzeitung berichtet, sollen die Umbauarbeiten im Februar 2026 beginnen. Solange läuft noch der Mietvertrag für die Metzgerei. In dem Gebäude wird danach eine Gastronomiefläche entstehen, die an Wochenenden (Freitag bis Samstag zwischen 17 und 2 Uhr) als Barbetrieb mit Tanzmöglichkeiten genutzt werden soll – inklusive Sonderöffnungszeiten für besondere Anlässe (u.a. Firmenfeiern oder Hochzeiten). „Wir haben keine starre Zielgruppe im Auge“, betont Hett: „Wir wollen kein exklusiver Club sein, sondern für die gesamte Gemeinde ein interessantes Angebot schaffen.“ Hett ist selbst DJ und studierter Elektrotechnik-Ingenieur. Er und Daniel Janda (Lehrer an der BOS/FOS) wollen dem Trend des Bar- und Clubsterbens mit einer modernen Konzeption etwas entgegensetzen: „Es ist schade, dass so viele Läden zumachen“, bedauert Hett.

Das Projekt hat mehrere Standbeine. Unter der Woche soll die Gastronomiefläche an ein Cateringunternehmen zur Speisen-Finalisierung und Abwicklung von Lieferungen untervermietet werden. In der Gebäudeerweiterung ist zudem ein von der Gastro-Fläche räumlich getrenntes Tonstudio für das Musiklabel geplant. Im Obergeschoss wird des Weiteren eine Betriebsleiterwohnung errichtet.

Akustikschleuse am Eingang

Im Marktrat versprach Hett, alle umwelt- und immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen einzuhalten. Die „Draußen-Events“ würden um 22 Uhr enden und das Gebäude werde mit diversen Lärmschutzmaßnahmen optimiert. Unter anderem ist der Einbau einer Akustikschleuse am nördlichen Eingang vorgesehen, für die der Marktrat eine Abweichung von den vorgegebenen Baulinien einräumte. „Der nächtliche Friede in der Umgebung soll gewahrt bleiben“, so Hett.