In Au wurde das Bürgerbegehren zum Kindergarten Maria de la Paz neu aufgelegt. Dagegen hat sich nun Widerstand formiert: Eltern initiierten eine Online-Petition für den Neubau.
Au/Hallertau – Der Beschluss zum Neubau von Maria de la Paz in Au ist vor drei Jahren gefallen. Trotzdem wird bis heute um die Zukunft des Kindergartens gerungen. Erst vor zwei Wochen hat das Ehepaar Kodritsch, das sich gegen einen Neubau an der Schlesischen Straße und für eine Sanierung des historischen Gebäudes am Klosterberg ausspricht, sein Bürgerbegehren neu aufgelegt. Jetzt meldet sich eine dritte Partei zu Wort: Evelyn und Matthias Köhler sowie Natascha Durst haben eine Online-Petition gestartet, die für den Neubau wirbt.
Öffentlicher Diskurs bisher ohne Eltern
„Die Diskussion um die Zukunft von Maria de la Paz dreht sich im Kreis“, sagt Evelyn Köhler, die ebenfalls einen Sohn in der Einrichtung am Klosterberg hat. Auf der einen Seite stehe die Gemeinde mit dem rechtskräftigen Neubau-Beschluss, auf der anderen Seite die Bürgerinitiative Pro Sanierung. Dabei gebe es noch eine dritte Partei, die bisher aber in der öffentlichen Diskussion nicht vorkomme: Eltern, die den Neubau herbeisehnen. „Die melden sich zwar mal in den Kommentarspalten bei Facebook zu Wort, aber das ist nicht der richtige Rahmen für einen seriösen Austausch“, sagt Köhler. Stattdessen habe man dafür nun die Online-Petition „Ja zum Neubau Kindergarten Maria de la Paz an der Schlesischen Straße – Für die Zukunft unserer Kinder“ ins Leben gerufen.
Deren erklärtes Ziel ist laut Evelyn Köhler nicht nur, die Meinung einer bisher schweigenden Menge öffentlich kundzutun, sondern auch, den von der Bürgerinitiative Pro Sanierung angestrebten Bürgerentscheid zu verhindern. „Sollte es tatsächlich so weit kommen, würde das Verfahren abgebrochen, die Gelder eingefroren und alles auf Eis gelegt. Das wäre das Schlimmste, was unseren Kindern passieren kann“, sagt die zweifache Mutter.
Petition soll offiziell übergeben werden
Eltern wie sie würden jeden Tag zwei Mal in das historische Gebäude am Klosterberg gehen, zum Bringen und Holen der Kinder. „Wir wissen, wie das Gebäude aussieht, wie die räumlichen Gegebenheiten sind und wir tauschen uns mit dem Personal aus.“ Letztlich komme man schlicht nicht umhin, die Neubaupläne der Gemeinde zu unterstützen.
Ihre Hoffnung setzt sie daher in die Petition – und sie ist guter Dinge: „Innerhalb von einer Woche haben wir das Quorum fast erfüllt.“ Am Dienstagnachmittag waren 205 der nötigen 220 Unterschriften von Auer Bürgern erreicht. „Dass es so schnell so viele waren, hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagt Köhler. Sie rechnet damit, dass sie Anfang Mai den nächsten Schritt gehen können: Dann wollen sie und ihre Mitstreiter die Petition offiziell an Aus Bürgermeister Hans Sailer übergeben. Die Unterschriften sollen schwarz auf weiß belegen, wie viele Menschen hinter den Neubauplänen stehen.
„Ich bin als Mutter tätig, nicht als Rathausmitarbeiterin“
Evelyn Köhler hat dann einen kurzen Weg: Sie arbeitet im Auer Rathaus in der Abteilung Zentrale Dienste. In etwaige Planungen und Entwicklungen zum Kindergartenneubau sei sie jedoch nicht involviert. „Damit habe ich nichts zu tun. Ich nehme Anrufe entgegen.“ Sie betont: „Was diese Petition angeht, bin ich ausschließlich als Mutter tätig, nicht als Rathausmitarbeiterin.“