Ansteuern gegen das Baumsterben

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Auf der Point lässt die Stadt laufend kranke Eschen fällen. Sie werden durch andere Baumarten ersetzt. © THOMAS PLETTENBERG

Im Stadtrat gibt der Tegernseer Bauhofleiter einen Überblick über den Zustand der städtischen Bäume und stellt Maßnahmen vor.

Tegernsee - Seit 2020 verfügt die Stadt Tegernsee über ein Baumkataster. 759 Bäume sind darin erfasst, die sich auf öffentlichem Grund, also in Grünanlagen, an Straßen oder Wanderwegen und damit innerstädtisch befinden. Im Stadtrat berichtete Bauhofleiter Anian Hölzl jetzt über den Zustand der Bäume, und er malte ein eher trauriges Bild für die Zukunft: „Ein Drittel aller Laubbäume wird in fünf bis zehn Jahren verschwunden sein“, sagte Hölzl, berichtete aber ausführlich, wie die Stadt dagegen ansteuert.

Mindestens einmal jährlich Kontrolle

Laut Hölzl würden die Bäume mindestens einmal jährlich durch einen externen Baumkontrolleur begutachtet, teils auch durch Bohrwiderstandsmessungen, Zugversuche oder durch Baumkletterer. „Wenn notwendig, etwa nach Stürmen, kontrollieren wir durch eigene Mitarbeiter“, berichtete Hölzl.

Unter den etwa 50 Arten würden fünf Baumarten dominieren. Demnach stellt die Esche mit 16,34 Prozent den größten Teil, gefolgt von Buchen und Rotbuchen (13,97 Prozent), Bergahorn (13,70 Prozent), Sommerlinde (10,94 Prozent) und Spitzahorn (6,32 Prozent).

Knapp die Hälfte der Bäume in gutem Zustand

Die Gesamtbewertung zeige, so Hölzl, dass 48,48 Prozent der Bäume in gutem Zustand oder nur leicht beeinträchtigt seien. 31,62 Prozent seien bereits moderat, 15,81 Prozent sogar stark beeinträchtigt oder in problematischem Zustand. „3,95 Prozent befinden sich im Endstadium“, musste Hölzl den Stadträten berichten. Dabei seien auch schon kleine Bäume betroffen.

Auch die Altersstruktur ist im Baumkataster festgehalten. Die meisten Bäume (49,93 Prozent) befinden sich demnach in der Reifephase. Die Alterungsphase machen bereits 19,23 Prozent der Bäume durch, unbekannt ist das Alter bei 16,96 Prozent. 8,54 Prozent gelten bereits als alt, während Jungbäume mit gerade mal 5,34 Prozent den geringsten Anteil am Baumbestand ausmachen.

Nachpflanzung robuster Zukunftsbäume

Verjüngung und Klimatoleranz sind für uns ein großes Thema“, sagte der Bauhofleiter und berichtete von der Nachpflanzung robuster Zukunftsbäume. Hier stehe vor allem die Point im Fokus, wo Eschen das Bild dominieren. Weil das weltweit verbreitete Eschentriebsterben, ein durch Wind verteilter Pilz, auch hier nicht Halt mache, werde die Stadt weiter Eschen entnehmen und durch andere Bäume ersetzen.

Auch den Leeberg habe man im Blick. Hier werde die Stadt ebenfalls Eschen entfernen und den bereits erfolgten Aufwuchs von Ulmen weiter unterstützen. Auf die Frage von Barbara Staudacher (Grüne), ob sich Tegernsee tatsächlich schon bald von einem Drittel seiner Laubbäume verabschieden müsse, antwortete der Bauhofleiter mit einem klaren Ja. Hölzl kündigte an: „Es wird einen Wechsel der Baumarten geben.“

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