Schlechte Noten gibt es für eine Brücke über den Lothdorfer Bach in Dürnhausen. Die Gemeinde Habach will einen Neubau auf den Weg bringen. Das beschloss der Gemeinderat.
Habach – Schon bei der Bürgerversammlung im vergangenen März schlug Habachs Bürgermeister Michael Strobl diesen Weg ein: Gedanklich ging er über die Schloßbergstraße in Dürnhausen, über die Brücke, mit der sich trockenen Fußes der Lothdorfer Bach überqueren lässt. Bereits damals meinte der Rathauschef, dass das Bauwerk erneuert werden muss. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde nun besprochen, wie das vonstattengehen könnte. Mit Betonung auf könnte.
Habacher Gemeinderat bringt neue Brücke über Lothdorfer Bach in Dürnhausen auf den Weg
Ein kleines Haus steht seit Jahrzehnten in Dürnhausen am Lothdorfer Bach. Haus ist eigentlich zu viel gesagt. Vier Holzwände und ein Dach. Das war’s. Ein Hütterl, das ein wenig an ein Mauthäuschen erinnert. Doch es ist etwas Besonderes. „Da ist der Hochwassernachrichtendienst von Bayern“, hatte Strobl bei der Bürgerversammlung erzählt. Hier wird seit Jahrzehnten aufgezeichnet. Am 6. Juni 1968 „war der höchste Wasserstand“, so Strobl.
Das aber war eigentlich nur eine Info am Rande. Eigentlich hatte es Strobl – thematisch – auf die Brücke abgesehen, die nahe dem Hüttchen über den Lothdorfer Bach führt. Diese Brücke darf höchstens sechs Tonnen tragen. Jedenfalls weist ein Verkehrszeichen auf die Tonnagebeschränkung hin. Doch es rollen schwerere Fahrzeuge über das Konstrukt. „Da fahren gerade die Lastautos drüber, mit 40 Tonnen, weil das Holz runtergeführt werden muss“, also die Bäume, die Käfer oder Hagelkörner geschädigt haben, hatte der Bürgermeister damals berichtet. Die Brücke aber ist in keinem guten Zustand. „Die müssen wir neu bauen.“
Gibt schon Idee für rund 170.000 Euro
In der jüngsten Gemeinderatssitzung war die Brücke nun auf der Tagesordnung gelandet. Wie man die Plattenbrücke erneuern könnte, Strobl denkt an eine Art Fertigkonstruktion, dazu gibt es bereits eine Idee. Sogar ein Angebot. Kostenpunkt: gut 170.000 Euro. Mit dem Entwurf beziehungsweise mit dem Angebot möchte der Bürgermeister nun zu den zuständigen Behörden gehen. Aber Vergleichsangebote müsse man bei dieser Summe auf jeden Fall einholen, betonte er.
Die Frage, die sich Strobl stellte: Ob man die Maßnahme in einem überschaubaren Prozedere durchführen kann. „Wenn’s ganz schlimm werd, brauchen wir ein Wasserrechtsverfahren, ein Ingenieurbüro, das das planen muss, die Untere Naturschutzbehörde und so weiter und so fort.“ Wenn man „alles Mögliche“ noch braucht, kommt man „leicht mal auf das Doppelte“, meinte der Rathauschef mit Blick auf die Kosten.
Strobl glaubte, dass das nun „einfach mal ein Versuch“ sei. Den Vorschlag hatte er auch schon im Bauausschuss vorgebracht. Man sei ja „nicht ganz so im Zeitdruck“. Der Gemeinderat stimmte geschlossen für den Versuch und Vorschlag, also dafür, dass der Bürgermeister mit besagtem Angebot im Landratsamt und im Wasserwirtschaftsamt vorspricht und „abfragt, ob die Gemeinde eine Ausschreibung ohne Ingenieurbüro, Statik und so weiter durchführen könnte“.
Schlechte Note für Brücke
Im Nachgang der Sitzung verrät Strobl auf Nachfrage, dass der Zustand der Brücke bei einer Prüfung mit 3,3 bewertet worden sei. „Schlecht“, meint der Bürgermeister. Was der Brücke fehlt, demonstriert er anhand von Fotoaufnahmen. Risse und Rost. Brücken halten die Gemeinde generell auf Trab, zumindest muss Habach so einige instandhalten. Laut Strobl zählt seine Gemeinde circa 25 Exemplare. Nichtsdestotrotz, die Erneuerung dieser Brücke ist für Strobl schon ein „spannendes Thema“.
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