87 Prozent der Einwohner sind mit ihrer Lebensqualität in Gmund zufrieden oder sehr zufrieden: Das ist eines der zentralen Ergebnisse, die im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt wurden.
Gmund – Nachhaltige Gemeindeentwicklung nicht nur als Ziel, sondern als gemeinsamer Prozess: Daran erinnerte Bürgermeister Alfons Besel zu Beginn des zentralen Tagesordnungspunktes der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Seit 2021 arbeitet Gmund nach den Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Nun wurden erstmals konkrete Ergebnisse aus der Bevölkerung präsentiert. Josef Rother von GEFAK erläuterte die Resultate der Bürgerbefragung: 87 Prozent der Gmunder sind mit ihrer Lebensqualität zufrieden oder sehr zufrieden. „Viele schauen auf Gmund: Was Sie hier anschieben, findet andernorts bereits Nachahmung“, betonte Rother. Doch die Befragung zeige auch deutlichen Handlungsbedarf beim Wohnraum, der Mobilität, Angeboten für Jugendliche sowie der Barrierefreiheit.
Für den Arbeitskreis Jugend und Mobilität berichtete Timm Jelitschek. Die Treffen mit der Jugend aus Gmund zeigen einen klaren Bedarf: „Junge Menschen brauchen Räume, in denen sie sein dürfen – ohne Konsumzwang.“ Eva Metzner und Carolin Huber präsentierten die ersten Ideen für eine mögliche Umsetzung.
Bürger entwickeln Ideen für mehr Lebensqualität
„Gmund hat schöne Spielplätze für die Kleinen, die Größeren ab zehn Jahre haben einen anderen Bedarf“, findet Metzner. Mehr Sportanlagen wie ein Pumptrack oder ein Basketballplatz wären notwendig. Auch könne man den Pavillon am See attraktiver gestalten oder in Dürnbach einen Platz für Treffen schaffen. Eine Jungbürgerversammlung dazu im November soll Prioritäten setzen.
Den Arbeitskreis Wohnraum präsentierten Franziska Augustin und Sabine Strack. Für mehr bezahlbaren Wohnraum und eine gesicherte Bleibeperspektive wurden viele Ideen gesammelt: mehrgenerationentauglicher Wohnraum, Wohnprojekte für junge Familien, Wohnraumtauschmodelle, eine Wohnungs- und Grundstücksbörse, das Minimieren von Leerstand sowie faire Vermietungsmodelle. Verschiedene Umsetzungen für ein gemeindliches Grundstück in der Bernöcker Siedlung wurden durchgespielt. „Dort könnte ein genossenschaftliches Wohnprojekt entstehen – langfristig bezahlbar und spekulationsfrei“, so Augustin.
Wohnraum, Jugend, Mobilität: Gmund packt die Probleme an
Auch wurde klar angesprochen, dass das Ehrenamt im Arbeitskreis Unterstützung brauche: „Wir engagieren uns – aber kommunaler Wohnungsbau ist schon eine große Nummer“, so Strack. Die Unterstützung aus der Gemeinde wäre hier nun dringend notwendig. Der Arbeitskreis Begegnungsstätten für Jung und Alt wurde von Kerstin Trümper-Kumaus und Susanne Riedl vorgestellt. „Es fehlt ein Ort, an dem man sich einfach so treffen kann“, erklärte Trümper-Kumaus.
Erste Idee: eine Begegnungsstätte am Seegrundstück mit Boulebahn (genehmigt), Sitzbereichen und weiteren Aktionsflächen. Auch soll der Gemeindegarten in Dürnbach für kleine Open-Air-Veranstaltungen genutzt werden. Die Idee, den Pfarrhof als Schlechtwetterlösung zu nutzen, ist zu prüfen. Bereits vorhandene Räume in Gmund sollen ab 2026 besser genutzt werden.
Konkrete Pläne für Wohnen und Jugend
Das nächste zentrale Instrument sei nun ein Lebensqualitätsindex für Gmund. „Es geht darum, konsequent an einer hohen Lebensqualität für alle zu arbeiten – und das messbar und gemeinsam“, so Rother. Der Gemeinderat ergänzte noch weitere Themen wie etwa Gewerbeflächen und Arbeitsplätze, das Mobilitätsmanagement, Energieeffizienz und das Thema „Altwerden in Gmund“.
Bürgermeister Besel dankte den vielen Engagierten: „Gmund geht einen Weg, der nicht nur Projekte schafft, sondern Identifikation: Gemeinwohl wird zur kommunalen Aufgabe – und zur Haltung.“ Stephanie Dunkl
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