Wirbel vor Ukraine-Gipfel mit Trump: Selenskyjs Kleiderordnung steht erneut im Fokus

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Selenskyj mit Schlips? Nach Anzug-Gate bei letztem Trump-Besuch sickert Mode-Entscheidung durch

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Beim letzten Treffen zwischen Trump und Selenskyj verärgerte der ukrainische Präsident mit seinem Outfit. Hält er sich heute an den Dresscode?

Washington, D.C. – Nur ein Sakko? Von Wegen! Die Kleiderordnung bei diplomatischen Treffen symbolisiert Krieg und Frieden. Kurz vor dem Treffen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj blickt die Welt deshalb gespannt auf die Garderobe des ukrainischen Präsidenten.

Bei seinem letzten Besuch im Weißen Haus hatte unter anderem sein uniformähnliches Outfit zur Verstimmung des US-Präsidenten sowie seines Vizes JD Vance und rechtsgerichteten Journalisten beigetragen. Sie verstanden die militärische Mode Selenskyjs als respektlos und persönliche Beleidigung – auch wenn dieser bereits seit Beginn des Ukraine-Kriegs aus Solidarität mit seiner Armee auf Anzug und Krawatte verzichtet hatte.

Kleiderordnung hat bei Treffen zwischen Trump und Selenskyj symbolisches Gewicht

Die Kleidungsordnung hat einen derart hohen Stellenwert, dass das Weiße Haus auch vor dem heutigen Treffen der beiden Staatschefs eine Anfrage Richtung Ukraine stellte, ob ihr Präsident nun zumindest dieses Mal einen Anzug tragen werde, wenn er im Oval Office empfangen wird. Dies berichten ukrainische Beamte gegenüber Axios.

In der Ukraine scheint die Message angekommen zu sein: Selenskyj werde am Montag im Weißen Haus dieselbe schwarze Jacke tragen, die er im Juni bei einem Nato-Gipfel in den Niederlanden trug, heißt es aus Kiew. „Es wird im Anzugstil sein, aber kein kompletter Anzug“, sagte einer der Beamten. Beim Nato-Gipfel Ende Juni trug Selenskyj zum ersten Mal seit der Invasion im Jahr 2022 ein Sakko im Business-Stil, und US-Beamte sagten, Trump sei darüber erfreut gewesen.

Während US-Präsident Donald Trump konsequent Anzug trägt, ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seit Kriegsbeginn oft in zivil unterwegs. © Schieffelbein/Pettitt/dpa/Montage

„Erwarten wir nicht von ihm“ – Trump-Beamter über Selenskyjs potenzielle Krawatte

„Selenskyj kam wie ein normaler Mensch, nicht verrückt, und war gekleidet wie jemand, der zur Nato gehört. Sie hatten also ein gutes Gespräch“, soll ein US-Beamter damals gesagt haben. Ein Trump-Berater sagte jetzt gegenüber Axios, dass es „ein gutes Zeichen für den Frieden“ wäre, wenn Selenskyj am Montag einen Anzug tragen würde. Doch die Trump-Administration scheint weiterhin skeptisch gegenüber dem ukrainischen Präsidenten: „Es wäre toll, wenn er eine Krawatte tragen würde, aber das erwarten wir nicht von ihm“, sagte der Beamte weiter.

Ich hoffe, wir werden die Zeit haben, um über die Architektur von Sicherheitsgarantien zu sprechen. Das ist wirklich das Wichtigste.

Die Rangelei um Kleidungsordnung bei Treffen in Kriegszeiten ist nicht erst seit Selenskyj ein diplomatisch-symbolisches Kommunikationsmittel. Bereits Winston Churchill trug bei den historischen Treffen mit Sowjet-Führer Stalin und US-Präsident Roosevelt in 1943 in Teheran und 1945 in Jalta seine RAF-Uniform – auch um gegenüber Stalin die Erfolge der britischen Luftwaffe gegen Deutschland zu unterstreichen.

Sicherheitsgarantien für Ukraine und russische Gebietsansprüche im Fokus von Trump-Selenskyj-Treffen

Nach dem Alaska-Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin könnte Selenskyj nun kleidungstechnisch einlenken, um in den USA auch im rechten Lager Sympathien zu wecken, denn ihr ist auf einer wichtigen Mission: Zentrale Themen werden Sicherheitsgarantien für die Ukraine bei einer Friedenslösung und die Haltung gegenüber den russischen Gebietsansprüchen sein. Der ukrainische Präsident will dabei wohl möglichst wenig mit seinem Dresscode ablenken.  „Ich hoffe, wir werden die Zeit haben, um über die Architektur von Sicherheitsgarantien zu sprechen. Das ist wirklich das Wichtigste“, sagte Selenskyj am Montag bei einem Gespräch mit dem US-Sondergesandten Keith Kellogg.

An den Gesprächen im Weißen Haus nehmen auch mehrere europäische Spitzenvertreter teil, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Trump hatte nach seinem Treffen mit Putin nach Angaben europäischer Politiker Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine in Aussicht gestellt - was unter anderen von Merz und von der Leyen sehr begrüßt wurde. (lm/afp)

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