Gewerbetreibende fordern bessere Planung bei Straßensperren

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Der Ärger über den Dauerstau während der Bauarbeiten hallt noch immer nach. © THOMAS PLETTENBERG

Nach massiven Umsatzeinbußen durch Baustellen im Sommer appellieren Gewerbetreibende an die Tal-Bürgermeister, für Verbesserungen bei nächsten Baumaßnahmen zu sorgen.

Tegernsee - Die Straßensperre der B 307 zwischen Gmund und St. Quirin, die zeitgleich erfolgte Sanierung des Bahnübergangs Kaltenbrunn durch die Tegernsee Bahn, Dauerstau auf Wiesseer Seite und gähnende Leere in Tegernsee: Die Baustellen von August und September und die damit verbundenen Folgen sind noch lange nicht verdaut.

Jetzt hat der Verein der Geschäftsleute Tegernsee im Schulterschluss mit dem Verein Aktive Wiesseer einen Offenen Brief an die Bürgermeister des Tegernseer Tals geschickt. Darin wird nicht nur auf die „gravierenden Auswirkungen“ hingewiesen, die die jüngsten Vollsperrungen auf Bewohner, Pendler und besonders auf Unternehmen, Geschäfte und Gastronomiebetriebe gehabt habe. „Umsatzrückgänge von bis zu 50 Prozent und vereinzelt auch höher in der wirtschaftlich stärksten Jahreszeit sind ein deutliches Signal: So wie beim ersten Bauabschnitt darf es nicht nochmal passieren“, mahnen Florian Riethmüller, Vorsitzender der Geschäftsleute Tegernsee, und seine Wiesseer Kollegin Claudia Zill. Zwar zeigen die Geschäftsleute beider Orte Verständnis für die Maßnahme grundsätzlich. Ihr Unmut richtet sich vielmehr gegen das Wann und Wie der Umsetzung.

Nach Straßensperrungen: Vier wesentliche Punkte gefordert

Mit vier Punkten fordern sie die Kommunalpolitik im Tal auf, sich „gemeinsam und geschlossen für die Interessen der regionalen Wirtschaft einzusetzen und gegenüber den Behörden klare Verbesserungen einzufordern“. Erstens dürfe es keine größeren Baumaßnahmen mehr in der Hauptsaison, „der touristisch wichtigsten Zeit“, geben. Zweitens wird eine „frühzeitige und transparente Kommunikation gefordert, damit Betriebe, Bürger und Gäste besser planen können“. Gefordert wird drittens eine Beschleunigung der Bauarbeiten. „Wir erwarten, dass bei unvermeidbaren Maßnahmen Schichtarbeit, Wochenendarbeit oder andere beschleunigende Maßnahmen eingesetzt werden, um die Dauer der Sperrungen erheblich zu verkürzen“, heißt es in dem Brief weiter. Und schließlich wird gefordert, dass in Phasen, in denen keine Arbeiten stattfinden, eine halbseitige Öffnung der Straße geprüft und umgesetzt werden, um den Verkehrsfluss zumindest eingeschränkt zu ermöglichen.

Sperrungen hätten Lebensqualität eingeschränkt und wirtschaftliche Basis vieler Betriebe gefährdet

Die Sperrungen hätten nach Ansicht der Geschäftsleute gezeigt, dass nicht nur die Lebensqualität der Talbewohner erheblich eingeschränkt worden sei, sondern auch die wirtschaftliche Basis vieler Betriebe massiv gefährdet sei. „Ein weiterer Sommer mit vergleichbaren Einschränkungen würde nachhaltige Schäden für Handel, Gastronomie und Tourismus im gesamten Tegernseer Tal nach sich ziehen“, befürchten die Gewerbetreibenden auf beiden Seiten des Sees.

In dem Brief richten sie daher den eindringlichen Appell an die Bürgermeister, sich geschlossen für praktikable, wirtschaftsfreundliche und bürgernahe Lösungen einzusetzen. Nur durch frühzeitige Planung, Abstimmung und den klaren Willen zur Rücksichtnahme auf die regionale Wirtschaft könne sichergestellt werden, so Riethmüller und Zill im Namen der Gewerbetreibenden, dass sich eine solche Situation nicht wiederholt.

Die beiden Vereine hoffen nun, dass ihr Anliegen auch Gehör findet. „Denn sonst bleibt das Thema Stau irgendwann als Image am Tegernseer Tal haften, und das wäre fatal“, warnt Riethmüller.